f August 2018 ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Donnerstag, 23. August 2018

Blickwinkel #4: Gastwirtschaft Hillmer, Wienhausen


Schon in früheren Zeiten entstanden in Stadt und Landkreis herrliche Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten, Straßenszenen und alltäglichen Begebenheiten. Manchmal sticht erst beim direkten Vergleich mit heutigen Aufnahmen ins Auge, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. In der Serie Blickwinkel werden alte Fotografien im historischen und lokalen Kontext vorgestellt. 

Ein Fachwerkhaus mit einem auffällig spitzen Erker - davor ein gedeckter Tisch, ein Motorrad und eine Pferdekutsche mit Insassen. Die Momentaufnahme entstand in den 30er oder 40er Jahren und wurde in Wienhausen aufgenommen. 

Zu sehen ist die ehemalige Gastwirtschaft "Zum Bahnhof", die einst von August Hillmer geführt wurde. Die Aufnahme stammt von einer Postkarte, die am 25.04.1943 in Celle abgestempelt wurde und anschließend nach Kärnten im Allgäu versandt wurde. 

Bild: Gastwirtschaft "zum Bahnhof", Wienhausen, Postkarte gel. 25.04.1943. Quelle: Archiv H. Altmann. 

Über die Gastwirtschaft finden sich leider kaum Quellen. Eventuell gibt es noch Zeitzeugen, die darüber zu berichten wissen. In seiner Ortschronik "Erinnerungen eines Bürgermeisters" berichtete Albert Heinemann, dass am 16.12.1948 in der Gastwirtschaft Hillmer die Wahl des Ortsvorstehers stattfand. 

Das Adressbuch des Landkreises vermerkt für die Jahre 1948 und 1958 noch eine Bahnhofswirtschaft. Eine weitere Aufnahme zeigt das Gebäude von Innen. 

Bild: Gastwirtschaft "zum Bahnhof", Wienhausen, Postkarte gel. 25.04.1943. Quelle: Archiv H. Altmann. 

Ein Wandkalender (links im Bild) zeigt den Sommerfahrplan des Jahres 1937. Es liegt also nahe, dass die Bilder bereits ca. 6 Jahre alt waren, als die Postkarte versendet wurde. 

Vielen Wienhäusern ist der markante Erker bis heute bekannt, denn das Gebäude hat sich äußerlich nur unwesentlich verändert. Heute befindet sich darin das Geschäft Tintenklecks

Bild: Gebäude in der Bahnhofsstraße heute. Quelle: Archiv H. Altmann, 2018. 

Leider versperren einige Bäume die freie Sicht, sodass der Bildvergleich in derselben Perspektive etwas eingeschränkt ist. Trotzdem konnte das historische Foto mit einer aktuellen Aufnahme abgeglichen werden. 

Bild: Gebäude in der Bahnhofsstraße, Wienhausen. Bildmontage. Quelle: H. Altmann. 

Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn historische Gebäude erhalten geblieben sind. Wichtig ist es allerdings auch die Geschichte dieser Häuser nicht zu vergessen. Leider finden sich über die einstige Gastwirtschaft Hillmer nur vergleichsweise wenige Quellen.  

Vielleicht finden sich ja noch Menschen, die etwas darüber berichten können - über weitere Informationen, Hinweise und Anekdoten freue ich mich immer. Gerne per E-Mail (found-places@live.de) oder Telefon (s. Impressum). 

H. Altmann

Dienstag, 21. August 2018

Die europäische Burgendatenbank (EBIDAT)


Heimatforscher in Niedersachsen dürfen sich über einen neuen, spannenden Link freuen: die europäische Burgendatanbank (EBIDAT). Niedersachsen wurde vollumfänglich darin aufgenommen. Am 21.08.2018 erfolgte die Vorstellung des Projekts im Rahmen von Fachvorträgen im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) in Hannover. 

Burgen - so denken vermutlich viele - sind steinerne Gemäuer, die auf Anhöhen errichtet wurden, von Burggräben umgeben sind und über Zugbrücken verfügen. 

Das stimmt so natürlich nicht, wie Dr. Markus C. Blaich (Stellvertr. Leiter Abteilung Archäologie, NLD) in seinem Vortrag richtigstellte - vielmehr finden sich in Niedersachsen völlig unterschiedliche Arten von Burgen. Im Harz beispielsweise sind es vorwiegend steinerne Hochburgen, während im übrigen Bundesland eine größere Anzahl von ehemals hölzernen Niederungsburgen anzutreffen ist. 

Trotz der großen Unterschiede konnten die niedersächsischen Burgen vollumfänglich in die europäische Burgendatenbank (EBIDAT) aufgenommen werden und sind künftig allgemein zugänglich. Aus Sicht der Denkmalbehörden und Archäologen ergeben sich diverse Vorteile aus diesem Projekt - insbesondere können die bereits vorhandenen Datenbanken nun durch neues Bild- und Kartenmaterial sowie weitere Informationen ergänzt werden. 

Bild: Vortrag Prof. Dr. Barbara Schock-Werner. Quelle: H. Altmann, 2018. 

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner (Präsidentin der Deutschen Burgenvereinigung) erläuterte den Projektrahmen, der durch die Unterstützung von Partnern und Förderern verwirklicht werden konnte. Gestartet worden war das Projekt "im Selbstversuch vor der Haustür" in Rheinland-Pfalz, wo die ersten Burgen inventarisiert wurden, so Dr. Rheinhard Friedrich, Leiter des Europäischen Burgenistituts. 

Die Vorgespräche zur Aufnahme der niedersächsischen Burgen in EBIDAT waren bereits am 05.07.2015 in Hannover erfolgt. Unterstützt hatte das Projekt auch der bekannte niedersächsische Mittelalterarchäologe und Burgenforscher Hans-Wilhelm Heine. Insgesamt wurden 1.397 Burgen in Niedersachsen erfasst, wie Dr. Rheinhard Friedrich erläuterte. Dabei erfolgte die Inventarisation der Burgen durch verschiedene Mitarbeiter, die hierfür auf standardisierte Eingabemasken zurückgreifen konnten. 

Über die Internetseite der EBIDAT ist nun eine Vielzahl der eingegebenen Datensätze freizugänglich abrufbar. Neben Angaben zum mutmaßlichen Alter, zum Baustil oder dem Erhaltungszustand sind darüber hinaus auch Hinweise für die Anreise beigefügt worden. 

Bild: Vortrag Dr. Rheinhard Friedrich. Quelle: H. Altmann, 2018. 

Die Vorteile aus der aktuellen Burgeninventarisation erläuterte Dr. Markus C. Blaich insbesondere dahingehend, dass die bereits vorhandenen Datenbanken (ADABweb), die teilweise Bau- und Bodendenkmale getrennt darstellen, nun besser verknüpft werden können. Darüber hinaus waren die letzten vergleichbaren Erfassungen in den 1950er Jahren erfolgt - die umfangreiche Neuerfassung liefert somit auch eine wichtige Ergänzung aus Sicht der Denkmalbehörden. 

Anhand der Landkreise Goslar und Hildesheim veranschaulichte Dr. Markus C. Blaich, den unterschiedlichen Erfassungs- und Bearbeitungsstand der archäologischen Datenbanken. Im Abgleich mit bestehenden Datensätzen zeigte sich, dass im Raum Goslar bereits die meisten Burgen erfasst worden waren, während im Landkreis Hildesheim dagegen viele der bisher noch fraglichen Relikte nun erstmals bestätigt bzw. falsifiziert werden konnten. 

Aus Sicht der Denkmalbehörde trägt das EBIDAT-Projekt unter anderem zu einer besseren Vernetzung der Akteure bei. Zudem bieten die gesammelten und aktualisierten Daten eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Behörde. 

Bild: Vortrag Dr. Markus C. Blaich. Quelle: H. Altmann, 2018. 

Allerdings könnte das Projekt auch Risiken bergen. So wurden die Burgen erstmals systematisch in einer frei zugänglichen Datenbank erfasst. Bisher waren die Objekte nur in der, für die Öffentlichkeit unzugänglichen, internen Datenbank der Denkmalbehörde enthalten. Insofern könnten etwa Sondengänger, die nicht mit den Denkmalbehörden zusammenarbeiten, auf bislang wenig bekannte Bodendenkmäler aufmerksam werden. 

Um derartigen Risiken vorzubeugen wurden allerdings besonders sensible Datensätze nicht veröffentlicht und dienen bislang ausschließlich der Ergänzung der bisher bestehenden internen Datenbank des NLD. Der allumfassende Bearbeitungsstand ist somit nicht zugänglich. 

Für den Landkreis Celle wurden bislang die folgenden Burgen erfasst: 















Weitere Beiträge im Blog mit Bezug auf Burgen im Raum Celle (Auszug): 








H. Altmann



Mittwoch, 15. August 2018

Blickwinkel #3: Am Markt Celle


Schon in früheren Zeiten entstanden in Stadt und Landkreis herrliche Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten, Straßenszenen und alltäglichen Begebenheiten. Manchmal sticht erst beim direkten Vergleich mit heutigen Aufnahmen ins Auge, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. In der Serie Blickwinkel werden alte Fotografien im historischen und lokalen Kontext vorgestellt. 

Die am 25.01.1915 verschickten Postkarte zeigt eine Straßenszene "Am Markt" in Celle. Pferdefuhrwerke sind zu erkennen und zumeist dunkel gekleidete Personen vor einem Hauseingang. Im Vordergrund sind die Gleise der einstigen Straßenbahn schwach zu erkennen. 

Auf den ersten Blick scheint ansonsten alles sehr vertraut - die Fassaden, der Straßenverlauf und das  auffällige Eckhaus (heute: Deutsche Bank). Tatsächlich hat dieses Bild jedoch noch einige Informationen mehr zu bieten... 

Bild: Am Markt, Celle, Postkarte gel. 25.01.1915. Quelle: Archiv H. Altmann. 

Auf der linken Bildseite ist eine Menschenansammlung vor einem Gebäudeeingang mit der Inschrift "C.C. Lauenstein Söhne" zu sehen. Worum handelte es sich hierbei? 

Der Name "Lauenstein" dürfte vielen Cellern bis heute noch geläufig sein - insbesondere von der Lauensteinstraße und dem Lauensteinplatz. Die Namensgebung geht zurück auf den einstigen Bürgermeister Carl Christian Lauestein (1764 - 1853). Die Familie Lauenstein gehörte über Jahrzehnte zu einer der bekanntesten Celler Kaufmannsfamilien. 

Bereits im Jahr 1799 hatte Carl Christian Lauenstein mit seinem Mitstreiter Heinrich Conrad Bierwirth die Material- und spätere Kolonialwarenfirma gegründet. Bierwirth schied aus der Firma im Jahre 1896 aus und gründete ein eigenes Geschäft am Großen Plan 3. Die Lauenstein'sche Kolonialwarenhandlung verblieb am Markt. 

Bild: Kolonialwarenhandlung Lauenstein. Quelle: Adressbuch der Stadt Celle, 1898, Archiv H. Altmann.

Im Jahre 1830 übernahmen die beiden Söhne Lauensteins, Ernst und Burkhard das Geschäft am Markt. Bereits 1839 machte sich Ernst Lauenstein durch die Gründung einer Seifenfabrik in der ehemaligen Gastwirtschaft "Schumla" in der Harburger Straße selbstständig. Die dort hergestellten Haushalts- und Toilettenartikel wurden wiederum im Geschäft am Markt verkauft. Auch die im Volksmund als "Lauenstein-Seife" betitelte Seife war hier erhältlich. 

Bild: Fabrik Lauesten, Briefkopf 1894. Quelle: Archiv H. Altmann.

Das Geschäft am Markt blieb bis 1966 erhalten und wurde schließlich von der Stadt Celle erworben, die darin städtische Ämter unterbrachte und den Hof als Parkplatz umfunktionierte. 

Im Bild (s.o.) aus dem Jahr 1915 fällt auch das Eckgebäude in der Kanzleistraße 9/10 ins Auge des Betrachters. Heute ist dieses den meisten Cellern als Sitz der Filiale der Deutschen Bank bekannt. 

Bild: Markt heute, gleiche Perspektive. Quelle: Archiv H. Altmann, 2018.

Auf dem historischen Bild ist am Gebäude der Schriftzug "Hannoversche Bank - vorm. David Daniel" zu lesen. Dies rührt daher, dass die Hannoversche Bank im Jahr 1901  an Ort und Stelle das Bankgeschäft des jüdischen Bankiers David Daniel übernommen hatte. 

An eben dieser Stelle hatte bis 1904 ein Fachwerkhaus (erbaut: 1603) gestanden, in dem zuvor die Firma Naesemann & Schultz einen Großhandel mit Wolle, Wachs und Honig betrieben hatte. 1904 bezog die Hannoversche Bank schließlich das neu errichtete Gebäude an der Ecke Kanzleistraße / Hehlentorstraße. 

Bild: Werbeanzeige Hannoversche Bank, 1898. Quelle: Archiv H. Altmann.

Im Jahr 1921 wurde die Filiale der Hannoverschen Bank von der Deutschen Bank übernommen. Im Jahr 1984 / 1985 erfolgte ein Umbau der im Jugendstil errichteten Fassade der Deutschen Bank. Diese war ursprünglich als Keramikfassade erbaut worden. 

Im direkten Vergleich der historischen Aufnahmen mit heute erstellten Fotos wird einem klar, wie viel Geschichte sich alleine in den letzten 200 Jahren "Am Markt" ereignet hat. 

Bild: Am Markt, Celle, Bildmontage. Quelle: H. Altmann. 

In mancher Hinsicht hat sich die Straße "Am Markt" verändert - ihr Gesicht grundsätzlich gewandelt hat sie jedoch nicht. 


H. Altmann

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Freitag, 10. August 2018

Blickwinkel #2: Großer Plan Celle


Schon in früheren Zeiten entstanden in Stadt und Landkreis herrliche Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten, Straßenszenen und alltäglichen Begebenheiten. Manchmal sticht erst beim direkten Vergleich mit heutigen Aufnahmen ins Auge, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. In der Serie Blickwinkel werden alte Fotografien im historischen und lokalen Kontext vorgestellt. 

Über den Großen Plan fuhr früher einmal die Straßenbahn? Ja - so war es damals!  

Die Aufnahme muss zwischen 1920 und 1930 entstanden sein. Zu erkennen ist der Große Plan mit Blick in Richtung Osten. Dort wo der Große Plan in die Bergstraße übergeht - in etwa in Höhe der Einmündung der Poststraße - ist ein Wagen der Celler Straßenbahn zu erkennen. Das Karstadtgebäude dagegen ist noch nicht vorhanden (Weitere Informationen zu Celler Kaufhäusern - klick).

Der Platz ist fast völlig menschenleer. Die Fassaden der historischen Fachwerkhäuser haben sich seit dem Aufnahmezeitpunkt kaum verändert. 

Bild: Großer Plan, Celle. Quelle: Postkarte, Archiv H. Altmann. 

Zur Rechten ist eine Werbetafel an einem Gebäude erkennbar. Die Beschriftung "Gasthof zur Post" passt in die eingangs genannte Zeitstellung (1920 - 1930). Im Adressbuch der Stadt Celle aus dem Jahr 1917 findet sich eine Werbeanzeige des einstigen Inhabers, Otto Lüder. 

Bild: Inserat, Gasthof zur Post. Quelle: Adressbuch der Stadt Celle 1917, Archiv H. Altmann. 

Seit damals hat sich das Bild des Großen Plan nur geringfügig gewandelt. Während der Platz in den 60er und 70er Jahren für den PKW-Verkehr geöffnet war, ist er mittlerweile nur noch auf einer schmalen Fahrbahn befahrbar. Die Parkflächen der Nachkriegszeit sind längst verschwunden - ebenso wie die Schienen der Straßenbahn. Vermutlich können sich nur noch wenige daran erinnern bzw. haben selbst miterlebt, dass man damals mit der Straßenbahn aus der Innenstadt in Richtung Bahnhof fahren konnte. 

Bild: Großer Plan heute, Celle. Quelle: H. Altmann, 2018. 

Die Übereinstimmungen zur historischen Aufnahme werden umso deutlicher, wenn man diese in ein aktuelles Bild einbindet, das aus demselben Blickwinkel aufgenommen wurde. 

Bild: Großer Plan, Bildmontage. Quelle: H. Altmann, 2018. 

Die historische Aufnahme belegt, dass sich das Gesicht der Fachwerkstatt im Bereich des Großen Plans hinsichtlich der Gebäudefassaden kaum gewandelt hat. Die größten Veränderungen zu damals bestehen somit wohl im Verschwinden der Straßenbahn. Dafür scheint der Platz heute verstärkt in den touristischen Fokus gerückt zu sein... 

H. Altmann

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Donnerstag, 9. August 2018

Blickwinkel Celle

Schon in früheren Zeiten entstanden in Stadt und Landkreis herrliche Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten, Straßenszenen und alltäglichen Begebenheiten. Manchmal sticht erst beim direkten Vergleich mit heutigen Aufnahmen ins Auge, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. In der Serie Blickwinkel werden alte Fotografien im historischen und lokalen Kontext vorgestellt. 

Die folgenden Blickwinkel wurden bereits erfasst: 


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#2: Großer Plan, Celle: 
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#3: Am Markt Celle:
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#4: Gastwirtschaft Hillmer, Wienhausen: 
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#5: Zöllnerstraße, Celle
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Weitere Ansichtskarten sind auch unter www.barth-celle.de zu entdecken! 



Dienstag, 7. August 2018

Rüstungs- und Militäreinrichtungen

Im der Zeit des Dritten Reiches entstanden im Raum Celle diverse Rüstung- und Militäreinrichtungen. Es handelte sich vorwiegend um Produktionsstandorte- und Lagereinrichtungen für Waffen und Munition. 

Die meisten dieser Anlagen sind heute bekannt und erforscht. Allerdings kommen immer wieder Hinweise auf bislang wenig bekannte Einrichtungen ans Tageslicht. Die Quellenlage ist leider mager - nur in wenigen Fällen kann die Recherche mithilfe von historischen Dokumenten erfolgen. Oftmals müssen die Informationen anhand von Karten und Luftbildern erschlossen werden. 

Etliche der einstigen Rüstungs- und Militäreinrichtungen im Raum Celle konnten in den vergangenen Jahren aufgespürt, quellenmäßig recherchiert und im Rahmen von Ortsbegehungen erforscht werden. 

In diesem Beitrag werden die bisherigen Forschungen zusammengefasst. Weitere Hinweise sind stets willkommen! 


Insbesondere konnten die folgenden Objekte / Orte bislang erforscht werden (Auszug)*: 

Heeresmunitionsanstalt Hänigsen (Waldlager): 


Marinesperrzeugamt: 


Flugplatz Hustedt: 


Bombenkrater Elwerath, Nienhagen: 


Luftmunitionsanstalt Aschenberg, Höfer: 


Heeresmunitionsanstalt Scheuen: 


Flugplatz Scheuen: 


Flugfeld Dedelstorf: 


Schieß- und Sprengplatz, Tiefental: 


Abstellfläche Zahrenholz: 


Scheinflugplatz Bokel: 


Funkstation / Funkfeuer Lutterloh: 


Schießstand / Bunker Hohe Wende, Celle, Vorwerk: 


Schießstand Wietzenbruch: 


Celler Kasernen


Rüstungsanlagen bei Unterlüß: 


KZ-Außenlager, Tannenberg, Unterlüß: 



Über weitere Hinweise / Ergänzungen würde ich mich sehr freuen (Kontakt - klick

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* Hinweis: 

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zum Betreten einzelner Orte / Objekte Genehmigungen erforderlich sein können, da sich einige der gezeigten Orte / Objekte z.B. im militärischen Sicherheitsbereich befinden! 




Sonntag, 5. August 2018

Blickwinkel #1: Bahnhofsplatz Celle


Schon in früheren Zeiten entstanden in Stadt und Landkreis herrliche Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten, Straßenszenen und alltäglichen Begebenheiten. Manchmal sticht erst beim direkten Vergleich mit heutigen Aufnahmen ins Auge, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. In der Serie Blickwinkel werden alte Fotografien im historischen und lokalen Kontext vorgestellt. 

"12. März 1922" wurde handschriftlich mit Bleistift auf der Postkarte vermerkt. Verschickt wurde diese zwar nie - und folglich auch nicht mit einem Datum abgestempelt. Allerdings zeigt sich im Abgleich mit historischen Karten, dass die Aufnahme ins Jahr 1922 fallen müsste. 

Ortskundige erkennen schnell, dass das Bild auf dem Bahnhofsplatz mit Blick in Richtung Bahnhofsstraße aufgenommen wurde. Das Augenmerk richtet sich auf das Gebäude in der Bildmitte (Bahnhofsstraße Nr. 1). Zur Linken befindet sich das Gebäude Bahnhofsplatz Nr. 12. Dahinter ist an der Ecke Bahnhofsstraße / Kirchstraße das Eckhaus mit dem auffälligen Zwiebeltürmchen erkennbar. Vor der Häuserfront an der gegenüberliegenden Seite der Bahnhofstraße verlaufen die Schienen der Straßenbahn. Ein Wagen derselbigen ist im Bild ebenfalls zu sehen...

Bild: Bahnhofsplatz. Quelle: Postkarte 1922.  

Im Vergleich zur heutigen Aufnahme - aus demselben Blickwinkel - zeigen sich einige Abweichungen. Unter anderem ist das Zwiebeltürmchen am Eckhaus verschwunden. Das Gebäude in der Bahnhofsstraße Nr. 1 (Bildmitte rechts) wurde im Obergeschoss offenbar aufgestockt. Die Straßenbahn ist - wie im Rest der Stadt - natürlich auch hier längst verschwunden. 

Bild: Bahnhofsplatz. Quelle: H. Altmann, 2018.  

Ein Grund für die baulichen Veränderungen war der Bombenangriff vom 08.04.1945. Die Gebäude in der Bahnhofsgegend wurden dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen. In unmittelbarer Nähe des Gebäudes Bahnhofsstraße Nr. 1 ereignete sich ein Einschlag - so belegen es Luftbilder aus dem April 1945. Es steht zu vermuten, dass ebenfalls die Dächer umliegender Gebäude neu eingedeckt werden mussten...

Trotz einigen Unterschieden lässt sich die historische - immerhin fast 100 Jahre alte  -Aufnahme in das aktuelle Foto einbinden. 

Bild: Bahnhofsplatz - Vergleich. Quelle: Postkarte 1922; H. Altmann, 2018. 

Aufgenommen wurde das Bild aus Richtung des Bahnhofsgebäudes. Die genaue Aufnahmeposition befindet sich unmittelbar bei den heute an der Vorderseite aufgestellten Fahrradständern. 

Bild: Bahnhofsplatz - Aufnahmewinkel. Quelle: Google Earth. 

Das Bild vermittelt anschaulich, wie es am Celler Bahnhofsplatz früher einmal ausgeschaut hat und gibt somit einen Einblick in das damalige Geschehen - vor fast 100 Jahren. 

H. Altmann