f Heimatforschung im Landkreis Celle

Donnerstag, 21. April 2022

Der Scharfschießplatz am Haußelberg



Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde in Unterlüß eine Minenwerferschule eingerichtet. Auf den Flächen rund um den Ort entstanden Übungsgelände, um den Umgang mit den neuen Waffen zu trainieren. Historische Relikte aus dieser Zeit sind bis heute zu erkennen.

Eine unscheinbare Landkarte - auf Leinenstoff geklebt und auf ein praktisches Taschenformat gefaltet – zeigt die Südheide im Maßstab 1:100.000. Nordwestlich von Eschede – in der Nähe von Rebberlah – und nördlich von Lutterloh – circa am Haußelberg – sind große Flächen in der Karte markiert. Diese trägt die handschriftliche Bezeichnung „Übungsplatz Rebberlah“. Einen solchen trifft man heutzutage vor Ort nicht mehr an – die historischen Zusammenhänge werden im Folgenden dargestellt.

Bild: Rückseite der Landkarte "Übungsplatz Rebberlah Oldendorf". Quelle: Archiv Altmann. 

Als die Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft am 1. September 1899 ein 1.040 Hektar großes Areal bei Unterlüß gepachtet und rund drei Monate später den regelmäßigen Schießbetrieb aufgenommen hatte, wurde der Grundstein für die Bedeutung dies hiesigen Rüstungsstandortes gelegt.[1] Der Kriegseintritt des Deutschen Kaiserreiches am 1. August 1914 ebnete den Weg in einen, in seinen Ausmaßen bis dahin unvorstellbaren Konflikt, der uns heute als Erster Weltkrieg bekannt ist. 

Als zunächst rasch gewinnbar eingeschätzt, entwickelte er sich zu einem zermürbenden Abnutzungs- und Verschleißkrieg. Bereits rund einen Monat nach Kriegsbeginn wurde die Vorstellung von einem schnellen Sieg an der Westfront von der militärischen Realität eingeholt. Die Schlacht an der Marne im September 1914 markierte eine entscheidende Wendung für den deutschen Vormarsch im Westen. Zunehmend verfestigten sich die Frontlinien – es entwickelte sich ein aufzehrender Stellungskampf.

In der verfahrenen Situation erboten sich militärtechnische Innovationen als mögliche Lösungsansätze. Während die großkalibrige Artillerie zwar in der Lage war, weite Bereiche unter Beschuss zu nehmen, so waren ihre Feuerüberfälle mitunter schwerfällig und es mangelte am nötigen Überraschungsmoment für rasche infanteristische Durchstöße. Neuartige Minenwerfer ermöglichten es diese Nachteile für schnelle Überfälle auszugleichen.
 
Bild: Deutscher mittlerer Minenwerfer, Kaliber 17 cm
Quelle: Wikipedia, Janmad, CC-Lizenz, no changes.
Es handelte sich dabei um Steilfeuergeschütze mit einem  gezogenen kurzen Rohr, die je nach Kaliber, verschiedenartige Geschosse verschießen konnten. Aufgrund ihrer kompakten Abmessungen eigneten sich Minenwerfer insbesondere für den Einsatz aus kleineren Feuerstellungen. Bei Kriegsbeginn verfügte das deutsche Heer lediglich über 70 schwere und 116 mittlere Minenwerfer.[2] Bis Anfang 1918 steigerten sich die Bestände auf 13.329 leichte, 2.476 mittlere und 1.322 schwere Minenwerfer.[3] 

Neben der Produktion der Werfer als solche und der Herstellung der nötigen Munition musste darüberhinaus auch die Truppe im Umgang mit den Werfern geschult werden. Um die Ausbildungssituation zu verbessern, wurde in Unterlüß eine Minenwerferschule eingerichtet.

Bild: Barackenlager der Minenwerferschule Unterlüß, Eingang. Quelle: Postkarte, Archiv Altmann. 

Bild: Barackenlager der Minenwerferschule Unterlüß, Eingang. Quelle: Postkarte, Archiv Altmann. 

Bereits im Oktober 1914 traf ein kleineres Kommando aus ca. 60 Offizieren und Unteroffizieren des Hannoverschen Pionier-Bataillon Nr. 10 aus Minden in Unterlüß ein.[4] In ihrer Anfangszeit waren die Minenwerfer der Pioniertruppe unterstellt – erst unter dem Oberkommando von Generalfeldmarschall von Hindenburg wurden die leichten Minenwerfer der Infanterie zugeordnet.[5] 

Neben der Minenwerferschule in Unterlüß existierte eine weitere bei Markendorf in der Nähe von Jüterbog. Diese Einrichtungen dienten vor allem der besonderen Ausbildung der Minenwerfereinheiten, die später dann noch gezielt in der Heeres-Minenwerferschule vervollständigt wurde.[6] Im Jahr 1915 erhielten ebenfalls Soldaten des württembergischen Pionier-Bataillons Nr. 13 eine entsprechende Ausbildung in Unterlüß.[7] Sehr wahrscheinlich hielten sich viele weitere Truppenteile zeitweise für Ausbildungszwecke in Unterlüß auf. Da die Ausbildungszeit an den Minenwerfern zunächst nur rund 10 Tage betrug, herrschte ein ständiger Wechsel der Einheiten.

Bild: Offiziersbaracke der Minenwerferschule Unterlüß. Quelle: Postkarte, Gemeindearchiv Unterlüß, Foto Nr. 605. 

Bild: Offizier-Speiseanstalt der Minenwerferschule Unterlüß. Quelle: Postkarte, Gemeindearchiv Unterlüß, Foto Nr. 606. 

Bild: Gartenanlagen in der Minenwerferschule Unterlüß. Quelle: Postkarte, Gemeindearchiv Unterlüß, Foto Nr. 599. 

Die Offiziere wurden in Unterlüß anfänglich im Kurhotel untergebracht – die Unteroffiziere fanden Platz in Hubachs Hotel und in einzelnen privaten Quartieren.[8] Mit dem Ausbau der Minenwerfertruppe steigerte sich der Bedarf der Unterbringungsmöglichkeiten. Bereits im Dezember 1914 mussten Mannschaften ebenfalls in Schmarbeck und Eschede untergebracht werden.[9] Als bei Rebberlah ein Übungsplatz für die Infanterie eingerichtet wurde, mussten die Minenwerfersoldaten in andere Quartiere ausweichen.

Bild: Landkarte "Übungsplatz Rebberlah Oldendorf" - südlicher Teil: Übungsplatz der Infanterie bei Rebberlah. Quelle: Archiv Altmann. 

Im Frühjahr 1915 wurde mit der Errichtung von Holzbaracken westlich der Neuensothriether Straße in Unterlüß begonnen. Ab Frühsommer 1915 wurden diese durch die Soldaten der Minenwerferschule bezogen. Das Lager bot zunächst in zwei größeren Mannschaftsbaracken Platz für etwa 400 Mannschaften.[10] Eine zusätzliche Baracke war für die Offiziere vorgesehen. Darüber hinaus gab es eine Küche. Alle Gebäude waren mit elektrischem Licht sowie Telefonverbindungen ausgestattet.

Bild: Gartenanlagen in der Minenwerferschule Unterlüß. Quelle: Postkarte, Gemeindearchiv Unterlüß, Foto Nr. 604. 

Allerdings reichten die Baracken an der Neuensothriether Straße mit Blick auf den Personalzuwachs der Minenwerferschule offenbar nicht aus. Auf historischen Fotos und Postkartenmotiven sind aufgebaute Mannschaftszelte zu erkennen, die neben den Baracken aufgebaut worden waren. Dass einige dieser Motive aus dem Jahr 1915 stammen, könnte dafür sprechen, dass der gesteigerte Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten vor allem während der ersten Kriegsjahre aufgetreten sein .

Bild: Barackenlager der Minenwerferschule Unterlüß, Eingang. Rechts im Bild: Zelt. Quelle: Postkarte, gelaufen am 30.11.1915, Archiv Altmann. 

Bild: Mannschaftszelt in der Minenwerferschule Unterlüß. Quelle: Postkarte, Gemeindearchiv Unterlüß, Foto Nr. 600. 

Ab Herbst 1916 war der Standort mit dem eigenständigen Minenwerfer-Ersatzbataillon Nr. 5 belegt, das den ausgebildeten Ersatz für verschiedene andere Truppenteile stellte. Das Barackenlager wurde auf der östlichen Seite der Neuensothriether Straße um weitere Gebäude ergänzt, sodass es bis zu 3.000 Personen aufnehmen konnte.[11] Untergebracht waren offenbar ebenfalls eine feste Garnisonskompanie und Einheiten, die speziell für den Nahkampf ausgebildet wurden.

Bild: Mannschaften einer schweren Minenwerfereinheit in Unterlüß. Quelle: Gemeindearchiv Unterlüß, Foto Nr. 603.

Mit Voranschreiten des Krieges und der zunehmenden Vergrößerung der Minenwerfertruppe wuchs in Unterlüß neben Unterkünften auch der Bedarf an geeigneten Übungsarealen. Diese befanden sich zunächst in unmittelbarer Ortsnähe. Als diese Übungsplätze nicht mehr ausreichten, um den „scharfen Schuss“ zu trainieren, wurde noch im Jahr 1918 im Bereich des Haußelbergs ein ca. 2.070 Hektar großer „Scharfschießplatz“ angelegt. 

Bild: Landkarte "Übungsplatz Rebberlah Oldendorf" - nördlicher Teil: Scharfschießlatz am Haußelberg. Quelle: Archiv Altmann. 

Die Schmalspurbahn, die bis dahin die Übungsplätze westlich von Unterlüß mit dem Barackenlager der Minenwerferschule an der Neuensothriether Straße verband, wurde verlängert und bis an das neue Gelände am Haußelberg herangeführt. Die eingleisige Bahn hatte eine Spurweite vom 60 cm – ihr Endpunkt lag südlich des Haußelbergs an einer kleinen Rampe. Relikte der Bahnstrecke sind im Gelände bei genauem Hinsehen noch heute zu erkennen.

Bild: Landkarte "Übungsplatz Rebberlah Oldendorf" - nördlicher Teil: Scharfschießlatz am Haußelberg. Quelle: Archiv Altmann. 

Die angestrebte Nutzung des Scharfschießplatzes am Haußelberg wurde jedoch von der weltpolitischen Realität eingeholt. Als am 11. November 1918 der Waffenstillstand von Compiègne in Kraft trat, war der Schießplatz offenbar noch nicht vollständig fertiggestellt. Anders als geplant, musste der Platz nun abgewickelt werden – die weitere Verwendung und der Rückbau der Schmalspurbahn waren zu klären.[12] Dies erfolgte erst nach einer aufwändigen Auseinandersetzung der beteiligten Eigentümer gegen Anfang der 1920er Jahre.

Obwohl das Übungsgelände am Haußelberg wohl nicht mehr für seinen eigentlichen Bestimmungszweck – das Scharfschießen mit Minenwerfern – zum Einsatz kam, scheint das Areal dennoch militärisch genutzt worden zu sein. Rund einen Kilometer westlich der Kieselguranlagen bei Wiechel sind im Gelände bis heute aufwändig angelegte Stellungssysteme erhalten geblieben. 

Bild: Teile des Stellungssystems am Haußelberg. Quelle: Altmann, 2022. 

Genau genommen handelt es sich um zwei einander gegenüber angelegte Systeme aus Lauf- und Verbindungsgräben – teilweise versehen mit Schützengräben und rückwärtigen Stellungen. Auf alliierten Luftbildern, die zum Ende des Zweiten Weltkrieges aufgenommen worden sind, lassen sich die Stellungssysteme am Haußelberg eindeutig erkennen.

Bild: Übersichtskarte der Stellungssysteme am Haußelberg. Quelle: Archiv Altmann; Google Earth, 2022. 

Es dürfte sich dabei sehr wahrscheinlich um Anlagen handeln, die im Ersten Weltkrieg zu Übungszwecken angelegt worden sind. Möglicherweise um einerseits den Stellungsbau zu trainieren und andererseits, um darüber hinaus die Erstürmung und den Nahkampf zu üben. Die Stellungssysteme am Haußelberg sind lehrbuchartig angelegt – aus ihrer Beschaffenheit lassen sich Hinweise zum historischen Hintergrund ableiten.

Bild: Aufbau und Verwendung von Stellungen. Quelle: Dienstvorschrift Nr. 275, Feld-Pionierdienst aller Waffen, 1911

In ihrer vordersten Linie weisen die Stellungssysteme Schützengrabenlinien auf. Diese waren im Regelfall mindestens 1,40 Meter tief und an ihrer tiefsten Stelle ca. 0,60 Meter breit. Die Schützengräben verfügten entsprechend der Dienstvorschrift im Abstand von jeweils 6,00 Metern über sogenannte Schulterwehren. Im Kampf sollten diese gegen Schräg- und Längsfeuer schützen und die seitliche Wirkung von Artilleriegeschossen und Handgranaten einschränken, die in- oder nahe der Deckung explodieren.[13] 

Damit schützen sie den Soldaten in seinen Flanken, währen die sogenannten Brust- und Rückenwehren diese Aufgabe an Vorder- und Rückseite des Schützengrabens übernahmen. In den Räumen zwischen zwei Schulterwehren konnten zusätzliche Unterschlupfe eingerichtet werden.

Bild: Schulterwehren im Schützengraben. Quelle: Dienstvorschrift Nr. 275, Feld-Pionierdienst aller Waffen, 1911. 

Die Schulterwehren ragten klassischerweise in den Schützengraben hinein – dieser umlief sie in einem sogenannten „Umgang“. Üblicherweise stellte man die Schulterwehren beim Ausheben der Gräben her – in der Praxis ging man jedoch dazu über die Wehren nachträglich durch Sandsäcke zu ergänzen.

Bild: Schulterwehren im Schützengraben. Quelle: Dienstvorschrift Nr. 275, Feld-Pionierdienst aller Waffen, 1911. 

Bild: Teile des Stellungssystems am Haußelberg. Zu erkennen: eine Schulterwehr (Bildmitte). Quelle: Altmann, 2022. 

Neben der vordersten Linie der Schützengräben weisen die Stellungssysteme am Haußelberg auch rückwärtige Deckungsgräben auf. Über Verbindungsgräben, die regelmäßig eine Tiefe von etwa 1,80 Meter aufwiesen, waren die Deckungen mit der vordersten Linie verbunden. Hinzu kamen üblicherweise noch grabenmäßig angelegte Stellungen für Verbandsplätze, Aborte und Fernsprechstellen. Ob diese Einrichtungen im Bereich des Stellungssystems am Haußelberg ebenfalls vorgesehen waren, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. 

Bild: Teile des Stellungssystems am Haußelberg. Quelle: Altmann, 2022. 

Bild: Teile des Stellungssystems am Haußelberg. Quelle: Altmann, 2022. 

Es ist quellenmäßig nicht überliefert welche Übungsszenarien vor Ort erprobt werden sollten – möglicherweise waren die Stellungen am Haußelberg zur Übung von Nahkampfsituationen vorgesehen. Aus einer gesonderten Stellung, die sich nördlich der beiden größeren Stellungssysteme befand, könnten die Übungen beobachtet worden sein.

In welchem funktionalen Zusammenhang die Stellungssysteme am Haußelberg stehen, konnte bislang noch nicht abschließend geklärt werden. Ihre Beschaffenheit deutet darauf hin, dass die Anlage in der Zeit des Ersten Weltkrieges entstanden sein dürfte und zu Übungszwecken diente. Eine Verbindung zu dem damals neu eingerichteten Scharfschießplatz erscheint naheliegend – allerdings kam es kriegsbedingt nicht mehr zur planmäßigen Inbetriebnahme des Übungsplatzes für die Minenwerfer. Eventuell stehen die Stellungssysteme am Haußelberg somit nicht ausschließlich mit der Minenwerferschule in Verbindung, sondern vielmehr mit den ebenfalls vor Ort stationierten Nahkampfeinheiten.

Bild: Teile des Stellungssystems am Haußelberg. Zu erkennen: eine Schulterwehr (Bildmitte). Quelle: Altmann, 2022. 

Die offenen Fragen lassen sich möglicherweise im Rahmen weitergehender Recherchen beantworten. Festzuhalten ist, dass Unterlüß im Zuge des Ersten Weltkrieges als Rüstungsstandort enorm an Bedeutung gewann. Der gesteigerte Bedarf an Rüstungsgütern und die Verfügbarkeit entsprechender Flächen trugen nachhaltig dazu bei, dass sich die Gegend als Entwicklungs-, Produktions- und Übungsstandort etablierte.

H. Altmann

______________________________________

[1] 111 Jahre Rheinmetall-Schießplatz Unterlüß, Chronik, S. 8.
[2] Biermann, Lehrbuch für Minenwerfer, S. 16.
[3] Reibert, Die Deutschen Minen- und Granatwerfer im Ersten Weltkrieg 1914 – 1918, S. 66.
[4] Gedicke, Chronik der politischen gemeinde Unterlüß, Bd. 2, S. 16.
[5] Reibert, Die Deutschen Minen- und Granatwerfer im Ersten Weltkrieg 1914 – 1918, S. 66.
[6] Schwarte, Der grosse Krieg, 1914 – 1918, Bd. 8, S. 37.
[7] Knies, Das württembergische Pionier-Bataillon Nr. 13 im Weltkrieg 1914 – 1918, S. 174.
[8] Gedicke, Chronik der politischen gemeinde Unterlüß, Bd. 2, S. 16.
[9] Gedicke, Chronik der politischen gemeinde Unterlüß, Bd. 2, S. 16.
[10] Gedicke, Chronik der politischen gemeinde Unterlüß, Bd. 2, S. 16.
[11] Gedicke, Chronik der politischen gemeinde Unterlüß, Bd. 2, S. 16.
[12] Gedicke, Chronik der politischen gemeinde Unterlüß, Bd. 2, S. 17.
[13] Dienstvorschrift Nr. 275, Feld-Pionierdienst aller Waffen, 1911, S. 125.


Freitag, 11. März 2022

Erdöl aus dem Landkreis Celle

Bild: Bohrtürme bei Nienhagen, undatiert - verm. um 1915. Quelle: Archiv Altmann. 

Die weltweit erste Tiefbohrung nach Erdöl fand hier statt. Vorkommen des Rohstoffs konnten in der Umgebung erkundet und erschlossen werden. Bis heute sind im Landkreis Celle und seinen angrenzenden Bereichen einige Erdölfelder vorhanden. 

Aus dem Landschaftsbild sind sie längst verschwunden - Fördertürme findet man im Landkreis Celle nur noch im Erdölmuseum in Wietze oder als Baudenkmal in Nienhagen. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren Anlagen zur Gewinnung und Zwischenlagerung von Erdöl im Raum Celle dagegen vielerorts anzutreffen. Bedeutende Erdölfelder liegen noch heute bei Thören, Wietze, Rixförde und Nienhagen

Bereits vor der gezielten Exploration, d.h. der Erkundung untertägiger Erdölvorkommen, war deren Vorhandensein bereits bekannt. Vielerorts trat der dickflüssige Rohstoff zutage - beispielsweise in den Teerkuhlen bei Hänigsen. Zunächst konnte man das Öl aber nur im Schöpfbetrieb gewinnen - erst die moderne Fördertechnik bereitete den Weg für die Massenproduktion. 

Bild: Bohrtürme bei Wietze, undatiert - verm. um 1890. Quelle: Archiv Altmann. 

Den Grundstein der Erdölindustrie im Raum Celle legte Georg Hunäus. Im Auftrag des Königreiches Hannover war er ab 1856 eigentlich auf der Suche nach Braunkohle- und Schiefervorkommen - im Bereich östlich von Hannover stieß er jedoch auf bedeutende Erdölvorkommen. In Wietze ließ Hunäus die weltweit erste Tiefenbohrung nach dem schwarzen Gold durchführen. 

Erst um 1899 setzte der Ölboom ein. In Spitzenzeiten waren alleine in Wietze 52 Gesellschaften tätig - das Feld deckte zeitweise bis zu 80 Prozent der deutschen Inlandsnachfrage ab. Über 2.000 Bohrungen erfolgten in der näheren Umgebung von Wietze. Viele der kleineren Gesellschaften gingen später in der Deutschen Erdöl AG (DEA) auf. Das Unternehmen war insbesondere im Landkreis Celle vielerorts präsent. 

Bild: Bohrung der DEA im Raum Celle, undatiert, verm. 60er Jahre. Quelle: Archiv Altmann. 

Auch im Bereich Nienhagen konnten bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts fündige Bohrungen vorgewiesen werden. Das Feld Nienhagen zählt damit ebenfalls zu den ältesten nachgewiesenen Förderstätten für Erdöl in Deutschland. Es erstreckte sich bis über Eicklingen hinaus in die Samtgemeinde Flotwedel. 

Bild: Bohrtürme bei Eicklingen, 1940. Quelle: Archiv Altmann. 

Im Jahr 1909 wurde im Forst Brand zwischen Nienhagen und Hänigsen an der Fundstelle EH 1 in 170 m Tiefe eine ölführende Schicht entdeckt. Im Schöpfbetrieb lieferte diese täglich bis zu 100 l Öl. Bis 1920 erfolgten weitere Bohrungen, die erfolgreich waren. Aufgrund der vergleichsweise geringen Fördertiefe war zeitweise sogar angestrebt das Erdöl im Bergwerksbetrieb zu gewinnen. 

Dieses Verfahren wurde im Ölschacht bei Wietze tatsächlich umgesetzt. Aus untertägigen Stollen wurde teils ölhaltiger Sand gefördert, der gewaschen und vom Öl separiert wurde. 

Bild: Deutsche Erdöl-Akt.-Ges. Mineralölwerke Wietze. Schachtbetrieb. Quelle: Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss, https://nat.museum-digital.de/object/175438?navlang=de 

Von 1918 bis 1922 wurden bei Wietze zwei Schächte niedergebracht, um unter Tage Öl und ölhaltige Sande zu fördern. Motiviert war dieses Vorhaben wohl nicht zuletzt auch durch den Ersten Weltkrieg und das hierdurch hervorgerufene Handelsembargo. Die deutsche Erdölindustrie war daher geneigt die Förderstätten im Inland auf das Äußerste auszubeuten. 

Mittels Gefrierverfahren konnten beide Schächte abgeteuft werden. Drei untertägige Sohlen (222 m, 246 m und 296 m) wurden aufgefahren - insgesamt ein 96 km langes Streckennetz entstand unter Tage. 

Die Bergleute im Ölschacht erhielten die umgangssprachliche Bezeichnung "Ölmuckel" - im "Öl muckeln" bedeutete nichts anderes als im Ölbergbau tätig zu sein. Der Ölberg bei Wietze zeugt heute noch von dieser Methode der Ölgewinnung. 

Bild: Ölschacht bei Wietze. Quelle: Archiv Altmann. 

Während im Ölschacht bei Wietze noch bis 1963 bergmännisch Öl gewonnen wurde, kam es bei Nienhagen nie zur Inbetriebnahme es Schachtes. Hintergrund war die erfolgreich niedergebrachte Bohrung EH 32 aus der das Erdöl eruptiv an die Tagesoberfläche sprudelte. Monatelang konnte das auslaufende Öl aus dieser Bohrung abgeschöpft werden. Die Notwendigkeit des Schachtförderbetriebes war damit vom Tisch. 

Bild: Bereits fertiggestelltes Schachtgebäude der Elwerath bei Nienhagen. Quelle: Archiv Altmann. 

An die 1.000 Bohrungen wurden in dieser Folge alleine im Gebiet der Gemeinde Nienhagen niedergebracht. In den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts steigerte sich der Bohr- und Förderbetrieb im Feld Nienhagen zunehmend. Die Weltwirtschaftskrise zeigte ihre Auswirkungen, konnte aber durch den steigenden Bedarf an Erdölprodukten relativ gut überstanden werden. 

Zu Beginn der Dreißigerjahre stieg die jährliche Erdölförderung im Feld Nienhagen stetig an. 1933 belief sie sich auf 114.000 t - 1934 waren es bereits 138.000 t und 1935 schon 147.000 t. Gegen Ende der Dreißigerjahre nahmen die Bohraktivitäten außerhalb der Gemarkung Nienhagen stark zu. Auch im Raum Eicklingen und Wienhausen erfolgen nun Sondierungen. Die jährlich Fördermenge stieg bis 1939 - auch kriegsbedingt - weiter an und betrug schließlich 183.000 t. 

Bild: Erdölanlagen bei Nienhagen. Quelle: 3426_WATHLINGEN_GSGS_4414_(AMS_M841)_4th_ed_1955. 

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieben die Ölanlagen im Raum Celle weitgehend von größeren Angriffen verschont - vereinzelt kam es zu Beschuss durch Jagdflugzeuge. Das Ölfeld bei Nienhagen wurde 1945 mehrfach massiv bombardiert. Am schwersten wurden die Anlagen am 08.04.1945 getroffen - sie blieben jedoch bis nach Kriegsende betriebsbereit. 

Die unmittelbare Nachkriegszeit war von erheblichen Materialengpässen begleitet - es gelang aber, die Erdölförderung bei Nienhagen aufrecht zu erhalten. Allerdings war die jährlich geförderte Menge stetig rückläufig. 1949 waren es noch 76.000 t, 1950 wurden noch 68.000 t gefördert, 1951 waren es 64.000 t. Bis 1956 fiel die Fördermenge auf 46.000 t. Unrentable Bohrlöcher wurden verfüllt - die infrastrukturellen Einrichtungen wurden im Laufe der Zeit folglich immer weiter demontiert.  

Bis heute sind die Spuren und Relikte aus der Hochzeit der Erdölförderung bei Nienhagen zu finden - weite Bereiche der ehemaligen Ölförderbereiche wurden aber inzwischen renaturiert. 

Bild: Relikte ehemaliger Erdölanlagen bei Nienhagen. Quelle: Altmann, 2021. 

Auch zwischen Ovelgönne und Rixförde waren bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf Ölvorkommen gestoßen. Explorationen der Deutschen Mineralöl AG und der Gewerkschaft Brigitta lieferten vielversprechende Hinweise auf Ölvorkommen. 

Die Förderung begann in den Dreißigerjahren, nachdem die Wintershall AG sowie die Gewerkschaft Elwerath mehrere erfolgreiche Bohrungen niedergebracht hatten. Bis Ende 1970 wurden im Ölfeld bei Rixförde rund 450 Bohrungen durchgeführt. 


Bild: Erdölanlagen bei Nienhagen. Quelle: 3325_WINSEN_(Aller)_GSGS_4414_(AMS_M841)_4th_ed_1955

Östlich des Rixförder Grabens war damals ein Erdölwerk mit einem beträchtlichen Speichertank errichtet worden. Von hier aus verliefen Rohrleitungen in Richtung Oldau, wo das Öl in Kesselwagen der Bahn verladen wurde. 

Nur noch wenige Relikte der ehemaligen Ölanlagen sind bei Rixförde noch zu finden. Erst bei genauerem Hinsehen fallen die Rohrleitungen auf, die an manchen Stellen noch aus dem Boden ragen. Teilweise wurden die alten Bohrgestänge auch bereits neuen Verwendungen zugeführt - an einer Stelle dienen sie beispielsweise zur Stabilisierung einer Brücke über den Rixförder Graben. 

Bild: Relikte ehemaliger Erdölanlagen bei Rixförde. Quelle: Altmann, 2021. 

Bild: Relikte ehemaliger Erdölanlagen bei Rixförde. Quelle: Altmann, 2021. 

Bei Thören wurden ab 1904 ebenfalls Explorationen auf Erdöl durchgeführt. Gefördert wurde ab 1940 und der kleine Ort Thören wuchs rasant zu einem Industriestandort. Im Norden des Dorfes entstanden Baracken, Öltanks, eine Ölkläranlage und Bohrbetriebe. Durch eine unterirdische Leitung wurde das Erdöl nach Wietze gepumpt. 

Die Entwicklung des Ortes zu einem wichtigen Standort der Erdölförderung brachte den Grundeigentümern - ebenso wie in anderen Orten auch - hohe finanzielle Rückflüsse aus Förderzinsen ein. Es kam allerdings auch zu Verwerfungen für jene Eigentümer, die keine gesonderten Verträge mit den Förderunternehmen abgeschlossen hatten - im Zuge der Erdölverordnung vom 13.12.1934 wurde Ihnen die Förderzinsen quasi abgesprochen. Die Zeitschrift "Der Spiegel" berichtete über diese Zusammenhänge im Jahr 1953

Bild: Erdölanlagen bei Thören. Quelle: 3324_THOEREN_GSGS_4414_(AMS_M841)_Ed4_10.1954_McM87148

Auch bei Thören sind die Spuren der ehemaligen Erdölförderung nur noch bei sehr genauem Hinsehen zu erkennen. Einige Becken der Ölkläranlage lassen sich mit Mühe noch im Gelände wiederfinden - die meisten Einrichtungen wurden restlos abgebaut. 

Längst sind die Zeiten vorbei, als aus den Bohrlöchern im Raum Celle das Erdöl zu Tage sprudelte. Der Rückgang der Erdölförderung war nicht zuletzt dadurch begründet, dass in anderen Ländern deutlich ergiebigere Vorkommen entdeckt und gefördert werden konnten. Der Marktpreis für Öl veranlasste die Anbieterseite letztlich unrentable Förderungen einzustellen. 

Bild: Erdölförderung im Raum Celle, undatiert, verm. 50er Jahre (?). Quelle: Archiv Altmann. 

Wäre eine Wiederaufnahme der Erdölförderung im Raum Celle möglich? 

Die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach - schon alleine, weil die Erdölforderung im LK Celle nie vollständig beendet worden ist. Die Abwesenheit von Bohrtürmen und sonstigen auffälligen Anlagen mag darüber hinwegtäuschen - doch bis heute wird im Raum Celle und angrenzenden Gebieten Erdöl und Erdgas gefördert. 

So ist dem Jahresbericht des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) für das Jahr 2020 zu entnehmen, dass in Niedersachsen insgesamt 583.451 t Erdöl und 5.307. 984.267 m^3 Erdgas gefördert wurden. Hinzu kommen noch einmal 34.600.368 m^3 Erdölgas. Auf das Feld Nienhagen entfielen hiervon 4.130 t Erdöl und 43.920 m^3 Erdölgas. In Wardböhmen/Bleckmar betrug die Förderung von Erdgas im Jahr 2020 insgesamt 34 274 274 m^3. 

Den größten Anteil an der inländischen Erdölgewinnung nimmt das Bundesland Schleswig-Holstein ein - von dort stammten im Jahr 2020 mehr als 57 % der nationalen Gesamtförderung. In Bezug auf die Erdgasförderung stammten mehr als 94 % der nationalen Gesamtförderung aus Niedersachsen. 

Bild: Pferdekopfpumpe bei Nienhagen. Quelle: Archiv Altmann, 2021. 

Insbesondere der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar 2022 und die hiermit einhergehenden Wirtschaftssanktionen warfen die Frage auf, wie die nationale Versorgung mit Erdöl und Erdgas gesichert werden kann. 

Das Thema ist an sich nicht neu - schon seit Langem steht die Frage nach der Versorgungssicherheit im Raum. Theorien wie "Peak Oil" (Hubbert) existieren bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Auch die sicherheitspolitischen Implikationen knapper Ressourcen dürften heute eigentlich niemanden wirklich überraschen. Könnte die Steigerung der regionalen Förderung in diesem Zusammenhang eine Lösung sein? 

Es kommt darauf an. Nach Aussage des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. könnte die Erdölförderung aus heimischen Lagerstätten durchaus Vorteile aufweisen. Neue Explorations- und Fördertechnologien könnten möglicherweise einen Beitrag leisten, um bislang unzugängliche oder kleinere Vorkommen besser zu nutzen. Wenig umstritten ist, dass die Produktion auf bereits erschlossenen Feldern (S. 33, "already produced") vergleichsweise günstig ist. 

Allerdings sprechen wohl ebenso Gründe gegen ein neues Erdölfieber im Raum Celle. Die meisten Explorations- und Fördereinrichtungen wurden im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte teils aufwendig demontiert und renaturiert. In vielen Bereichen wären daher umfangreiche Investitionen notwendig, die sich wiederum auf den Preis auswirken würden. Diese Investitionen würden sich aber nur lohnen, wenn der weltweite Ölpreis die Förderkosten übersteigt. Das produzierte Öl/Gas wäre dann jedenfalls kein günstiges mehr (S.98). 

Bild: Erdölanlagen der DEA im Raum Celle, undatiert, verm. 60er Jahre (?). Quelle: Archiv Altmann. 

Hinzu kommt, dass sich die örtlichen Gegebenheiten in den zurückliegenden Jahren verändert haben. Die einstigen Ölfördergebiete im LK Celle befinden sich heute - wie beispielsweise bei Nienhagen - im Bereich von ausgewiesenen Naturschutzgebieten. In anderen Bereichen befinden sich inzwischen Siedlungsgebiete. Vor diesem Hintergrund wären vermutlich aufwendige und wiederum kostenintensive Genehmigungsverfahren notwendig. 

Darüber hinaus würden die sicheren und die wahrscheinlichen Erdölreserven in Deutschland (2020: ca. 27,7 Mio. t) zusammen genommen nicht ausreichen, um den Verbrauch eines einzigen Jahres (2020: ca. 96,2 Mio. t) auch nur annähernd zu decken. Hinzu käme, dass man diese Vorräte ja auch nicht einfach ohne Weiteres sofort fördern könnte. 

Bild: Erdölbohrung im Raum Celle, undatiert, verm. 60er Jahre (?). Quelle: Archiv Altmann. 

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass ein Erdölboom, wie es ihn im 19. und 20. Jahrhundert im Landkreis Celle durchaus gegeben hat, aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich ist. Die zukünftige Entwicklung dürfte wohl sehr davon abhängen, wie sich der Bedarf - und damit auch der Preis - für diese knappen Ressourcen entwickelt. 

Es ist jedoch nicht zu vernachlässigen, dass die Wiege der Erdölförderung im Landkreis Celle liegt. Viele wichtige Erkenntnisse über die Erkundung und Förderung von Erdöl gehen hierauf zurück. 

H. Altmann

______________________________

Stand: 11.03.2022
Quellen: s. Text (Links)


Mittwoch, 8. Dezember 2021

Der Scheinflugplatz am Bornriethmoor bei Beutzen


Abseits von besiedelten Gebieten und wichtiger Infrastrukturverbindungen entstand unmittelbar zu Beginn des Zweiten Weltkrieges eine geheime militärische Anlage im Bornriethmoor südöstlich von Oldendorf. Da historische Quellen nur noch in geringem Umfang vorliegen, geben archäologische Methoden weiteren Aufschluss zu den Zusammenhängen.

Wie kaum in einer anderen Zeit entstanden ab der Phase der Wiederaufrüstung ab Mitte der Dreißigerjahre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wichtige technologische Neuerungen, die darauf abzielten militärische Vorteile zu erzielen. Durch ihrerseits neuartig hervorgebrachte Entwicklungen versuchten die jeweils gegnerischen Kriegsparteien fortlaufend einander zu übertrumpfen – der Zweite Weltkrieg war somit auch ein Kampf um die Innovation neuer Technologien. Diese dienten nicht zuletzt zur Aufklärung feindlicher Standorte, Anlagen und Stellungen, d.h. zur Gewinnung militärisch relevanter Informationen.

Bereits im Ersten Weltkrieg erlangte die Aufklärung aus der Luft durch Beobachtungsflüge und fotografische Aufnahmen gesteigerte Bedeutung für das Militär. Im Zweiten Weltkrieg kamen diese grundsätzlichen Methoden erstmals großflächig und auf der Grundlage verbesserter Kameratechnik zum Einsatz. Den Nutzen für die militärische Aufklärung belegen unter anderem tausende alliierter Luftbilder, die bis heute zur Rekonstruktion der damaligen Geschehnisse herangezogen werden können. Auch wenn einzelne Zeitzeugenberichte etwas anderes nahelegen, dürften den Westalliierten die meisten Rüstungs- und Militärstandorte im Raum Celle im Laufe des Krieges unter anderem durch die Luftaufklärung bekannt geworden sein. Um Angriffen vorzubeugen, wurden umfangreiche Luftschutzmaßnahmen ergriffen – so auch für den Fliegerhorst Faßberg.

Neben Tarn- und Verdunkelungsmaßnahmen im Bereich des Fliegerhorstes wurde gegen Ende August 1939 eine Tagesscheinanlage (Tag-Scheinflughafen) mit entsprechenden Attrappen bei Beutzen angelegt.[1] Der Standort dieser Scheinanlage konnte im Gelände bereits nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde in der Misselhorner Heide – im Bereich unweit des Tiefental – eine Nachscheinanlage (Nacht-Scheinflughafen) installiert. Diese Anlage wurde jedoch bereits drei Tage später als ungeeignet befunden und ebenfalls nach Beutzen verlegt.[2] Der dortige Standort unweit des Bornriethmoores bot ideale Voraussetzungen. Er entsprach auch den allgemeinen Luftwaffendienstvorschriften, wonach ein die Scheinanlagen einen Sicherheitsabstand von mindestens 1 km zu allen Seiten einhalten mussten.[3] 

Bild: Bornriethmoor um 1936. Quelle: Messtischblatt Nr. 3226 Sülze, 1:25.000, 1936. 

Das Bornriethmoor wurde früher lediglich zum Torfabbau genutzt – in zeitgenössischen Karten sind zahlreiche Torfstiche im Bereich des Moores zu erkennen.[4] Der Torf wurde vor allem insbesondere für den Betrieb der Salzsiedepfannen in der Saline Sülze benötigt. Zwischen 1590 und 1720 soll der Torfverbrauch von 5 Millionen Stück Torf auf über 10 Millionen Stück gestiegen sein.[5] Daher wurden die größeren Moore in der Umgebung der Reihe nach ausgebeutet. 

Bis auf die Höfe Beutzen, Dehningshof und Severloh gab es in dieser Gegend keine Besiedlung und auch keine größeren landwirtschaftlich genutzten Flächen – wirtschaftliche Schäden waren daher kaum zu befürchten. Mangels anderweitiger Lichtquellen in der näheren Umgebung konnte die Nachtscheinanlage darüber hinaus die gewünschte Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Bild: Hof Beutzen um 1929. Quelle: privates Fotoalbum, Archiv Altmann. 

Die Scheinanlagen hatten grundsätzlich den Zweck feindlichen Luftstreitkräften die gesuchten oder sonstige angriffswürdige Ziele vorzutäuschen und von den wirklichen Zielen abzulenken.[6] Wenn möglich, wurden die Scheinanlagen in der Nähe oder zumindest im Wirkungsbereich von Flakstellungen oder in der Nachbarschaft von Fliegerhorsten errichtet, wo die einmal militärisch und wirtschaftlich leichter zu betreuen waren und zum anderen bewirken sollten, feindliche Flugzeuge in die Nähe von Stellungen der aktiven Luftverteidigung zu locken.[7] Es ist daher nicht verwunderlich, dass nahezu alle Flugplätze in der Umgebung über entsprechende Scheinanlagen verfügten (z.B. Dedelstorf, Wesendorf und Hustedt).

Für Tagscheinanlagen war ein relativ hoher Aufwand erforderlich, um die Gebäude und Infrastrukturanlagen einer tatsächlich genutzten Einrichtung nachzustellen. Wirkungsvoller - und deutlich einfacher umsetzbar - waren Nachtscheinanlagen, die durch entsprechende Beleuchtung militärische Ziele suggerierten. Von einfachen Petroleumlampen und Rauchöfen bis zu elektrischen Beleuchtungsanlagen, die teilweise sogar wechselnde Lichtwirkungen erzeugen konnten, war so ziemlich alles vertreten, was in geeigneter Weise Lichterscheinungen hervorrief, die zum Bombenabwurf reizen konnten.[8] Zu eben jenem Zweck wurde die Scheinanlage unweit des Bornriethmoores östlich von Beutzen errichtet.

Bild: Übersichtskarte Scheinflugplatz. Quelle: Open Street Map. 

Besetzt soll die Anlage von bis zu acht Soldaten gewesen sein, die für die Instandhaltung und Bedienung zuständig waren.[9] Ob die Mannschaften in einer Baracke südlich von Oldendorf – im Bereich des heutigen „Haus der Natur“ – untergebracht waren, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Grundsätzlich lag die Betreuung und Bedienung der Scheinanlagen in der Hand von Einheiten der Luftschutztruppe z.b.V. („zur besonderen Verfügung“), die im Regelfall in nahegelegenen Baracken untergebracht waren.[10]

Bild: gemauerter Schaltbunker. Quelle: Altmann, 2020. 

Die Scheinanlage bei Beutzen dürfte über verschiedene Bestandteile für Täuschungsmanövern verfügt haben. Im Gelände finden sich noch massiv gemauerte Relikte eines Gebäudes, das sehr wahrscheinlich als splittersicherer Unterstand einen Trafo oder sonstige Schalttechnik beherbergte. Darüber hinaus sollen auf dem Scheinflugplatz auch Attrappen von Flugzeugen vorhanden gewesen sein.[11] Dies ist durchaus plausibel, denn die Scheinanlage konnte tagsüber durch feindliche Aufklärer leicht als solche identifiziert werden. Die Flugzeugattrappen sollten offenbar zumindest einen gewissen Flugbetrieb suggerieren, um den Schein zu wahren.

Der Scheinflughafen bei Beutzen soll sich nach zeitgenössischen Aussagen für den Fliegerhorst Faßberg bewährt haben. Alliierte Flugzeuge sollen die Scheinanlage demzufolge mehrfach bombardiert haben, wobei allerdings keine größeren Schäden entstanden sind.[12] Tatsächlich belegen alliierte Luftaufnahmen mehrere Bombenkrater im Bornriethmoor.[13] Auf aktuellen Satellitenbildern sind die Krater nicht zu erkennen. Ebenso zeigen moderne Laserscandaten, die Unebenheiten der Bodenoberfläche normalerweise detailliert wiedergeben, keine besonderen Auffälligkeiten. Der Grund hierfür: der weiche, moorastige Untergrund dampfte die Explosionswirkung und nachströmendes Wasser füllte die Bombenkrater, sodass diese mit der Zeit verlandeten. 

Bild: Bombenkrater, Bornriethmoor. Quelle: Altmann, 2020. 

Bild: Bombenkrater, Bornriethmoor. Quelle: Altmann, 2020. 

Im Rahmen von Ortsbegehungen konnten die Einschlagskrater allerdings eindeutig als solche identifiziert werden. Sie liegen verstreut im Gelände und lassen keine Rückschlüsse auf einen einzigen koordinierten Angriff zu – vielmehr scheint es sich um die Spuren mehrerer Luftangriffe auf den Scheinflugplatz zu handeln. Insoweit ist jedenfalls belegt, dass die Scheinanlage bei Beutzen ihren Bestimmungszweck erfüllt hat – offensichtlich hat es tatsächlich Luftangriffe gegeben, deren Spuren sich noch heute erkennen lassen.

Bild: Barackenfundamente. Quelle: Altmann, 2020. 

Neben den Relikten des befestigten Unterstandes und einigen Bombenkratern sind noch weitere Spuren des ehemaligen Scheinflugplatzes im Gelände feststellbar. Einige Betonfundamente deuten auf Baracken im südlichen Bereich des angetäuschten Flugfeldes hin. Unmittelbar am Rand des Bornriethmoores befinden sich mindestens zwei große quadratische Gruben – diese könnten möglicherweise als Feuerlöschteiche gedient haben.

Bild: quadratische Teiche. Quelle: Altmann, 2020. 

In historischen Quellen findet der Scheinflugplatz Beutzen kaum Erwähnung. In einer umfangreichen Nachkriegsaufstellung ehemaliger militärischer Anlagen im Raum Celle werden zwar andere Scheinanlagen in der näheren Umgebung aufgelistet – die Anlage bei Beutzen wird jedoch nicht genannt.[14] Dies ist eigentlich auch nicht weiter verwunderlich – immerhin gab es im Raum Celle eine erhebliche Anzahl ehemals militärisch genutzter Anlagen. Die vergleichsweise kleine Scheinanlage bei Beutzen lag abseits von besiedelten Bereichen und wichtiger Infrastrukturanlagen – vermutlich war sie aus damaliger Sicht einfach nicht erwähnenswert. Später wurden die Flächen des ehemaligen Scheinflugplatzes wieder einer land- bzw. Forstwirtschaftlichen Verwendung zugeführt.

Aus heutiger Sicht wirkt die Scheinanlage am Bornriethmoor vergleichsweise unspektakulär. Sie belegt allerdings die aufwendigen Bemühungen, die im Zweiten Weltkrieg im Rahmen von Luftschutzmaßnahmen ergriffen worden sind.

H. Altmann

___________________________________________________

[1] Stärk, Fassberg S. 84.
[2] Stärk, Fassberg S. 84.
[3] Hampe, Der zivile Luftschutz im Zweiten Weltkrieg, S. 559.
[4] Messtischblatt Nr. 3226, 1:25:000, 1936.
[5] V..d. Kammer/Saur/Scheidt, Niedersächsische Bauern in der Lüneburger Heide, S. 24.
[6] Hampe, Der zivile Luftschutz im Zweiten Weltkrieg, S. 559.
[7] Hampe, Der zivile Luftschutz im Zweiten Weltkrieg, S. 559.
[8] Hampe, Der zivile Luftschutz im Zweiten Weltkrieg, S. 561.
[9] Glombek, Chronik der Gemeinde Faßberg, S. 287.
[10] Hampe, Der zivile Luftschutz im Zweiten Weltkrieg, S. 361.
[11] Glombek, Chronik der Gemeinde Faßberg, S. 287.
[12] Stärk, Fassberg S. 90.
[13] 14th Squadron USAAF, 25.04.1945, Frame 3133.
[14] NLA Hannover, Nds. 120 Lüneburg, Acc. 51/79, Nr. 61.

Dienstag, 5. Oktober 2021

Wo blieb der Jahrhundertdenkstein?


Seine Herkunft wird in Sagen und Legenden beschrieben. Seine Verwendung als Denkmal ist anhand von Überlieferungen und historischen Fotografien belegt. Dennoch bleibt heute die Frage nach dem Verbleib des sogenannten "Jahrhundertdenksteins". 

In ihrem 1949 erschienenen Werk "Celler Sagen aus Stadt und Land" berichten Paul Alpers und Georg Breling vom Riesenstein im Linhop bei Gockenholz. In weiteren Sammlungen niedersächsischer Sagen und Legenden taucht die Erzählung zur Mitte des 20. Jahrhunderts ebenfalls auf. 

Der Sage nach soll ein Riese namens Roland, der einst bei Celle wohnte, mit anderen Riesen, die allerdings bei Höfer lebten, im Streit gewesen sein. Um die Festung der verfeindeten Riesen zu zerstören, soll Roland versucht haben einen schweren Stein nach Höfer zu schleudern. Das Vorhaben misslang - der Stein war so schwer, dass die Schleuder bzw. eine Kette riss und der Stein nur bis nach Gockenholz flog und dort in der Feldmark "im Linhop" liegen blieb. 

Weiter heißt es bei Alpers/Breling, dass der riesige Stein dort von Birken umwachsen bis ins Jahr 1913 liegen blieb. Dann habe ihn der seinerzeitige Besitzer der Gemeinde Lachendorf zur Errichtung des Denkmals zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig geschenkt, heißt es bei Alpers und Breling weiter. Der Stein habe 25 Zentner (1,25 Tonnen) gewogen. 

Zugegeben: diese Geschichte klingt zunächst als wäre sie frei erfunden. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass sie zumindest in Teilen auf einen wahren Kern zurückgeht. 

Bild: die alte Feldflur "Auf dem Linhop" bei Gockenholz. Quelle: Karte von der Feldmark Gockenholz, 1853. 

Auf historischen Karten sind nördlich von Gockenholz noch im 19. Jahrhundert die Flurbezeichnungen "Das Linhopsgehäge" sowie "Auf dem Linhop" zu finden. Diese Bezeichnung ist bereits an sich bemerkenswert, denn sie könnte auf eine alte Hofstelle ("Hop") hindeuten. Woher diese auffälligen Flurnamen stammen wird im "Celler Flurnamenbuch", das Paul Alpers und Friedrich Barenscheer 1952 veröffentlichten, nicht aufgelöst. Sie erwähnen darin lediglich, dass die Flurbezeichnung auf den Namen "Lindow" (1678) zurückzuführen sei. Für die Zusammenhänge um den Jahrhundertdenkstein ist dies jedoch nicht weiter von Belang. 

Es stellt sich die Frage wer den Stein vom "Linhop" abtransportieren ließ. Laut Alpers/Breling war es der seinerzeitige Besitzer der Flächen. Aus den Unterlagen zur Real- und Spezialteilung im Jahre 1853 geht hervor, dass ein Großteil der Flur "Auf dem Linhop" zu diesem Zeitpunkt der damals noch eigenständigen Gemeinde Gockenholz gehört hat. Dies scheint auch nicht weiter verwunderlich - es handelte sich größtenteils um Moor- und Heideland, das ursprünglich als Allmende durch die Allgemeinheit genutzt worden ist. Vereinzelt befand sich in dieser Allmende auch privater Besitz - beispielsweise in Form von Bienenzäunen. Im Zuge der Real- und Spezialteilung kam es zur Aufteilung der Gemeinheiten, die fortan zu größeren Teilen in Privatbesitz übergingen. 

Die Auswirkungen dieser Maßnahmen sind noch heute sichtbar. Sobald das Land in Privatbesitz ging, hatten die Eigentümer ein Interesse die Flächen möglichst wirtschaftlich zu nutzen. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass der sogenannte Jahrhundertdenkstein in den Jahren bzw. Jahrzehnten nach der Verkoppelung, d.h. der Real- und Spezialteilung, im Zuge der Urbarmachung der Brachflächen von dort abtransportiert worden ist. 

Bild: die alte Feldflur "Auf dem Linhop" bei Gockenholz. Quelle: Preuß. Messtischblatt, 1901, public domain; Google Earth.  

Wie Alpers und Breling schrieben, soll der tonnenschwere Stein aus der Gockenholzer Feldmark nach Lachendorf transportiert worden sein, um dort ab 1913 als Bestandteil der Denkmals zur Erinnerung an die Völkerschlacht von Leipzig weitere Verwendung zu finden. Die Schlacht bei Leipzig hatte damals einen enormen Stellenwert in der historischen Betrachtung eingenommen. Mit rund 600.000 beteiligten Soldaten handelte es sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts um die größte Schlacht bis dato überhaupt. Die Schlacht hatte darüber hinaus eine entscheidende Wende gegen die französischen Truppen sowie deren Verbündete im Rahmen der Befreiungskriege auf deutschem Boden bewirkt. Durch den Sieg der Koalition gegen die Armee unter Napoleon Bonaparte, musste sich diese auf ihren Rückzug begeben. Die Schlacht bei Leipzig läutete damit das Ende der französischen Fremdherrschaft Hierzulande ein. 

Bemerkenswert ist, dass Lachendorf im Jahr 1913 ein eigenes Denkmal in Erinnerung an das einhundertjährige Gedenken an die Völkerschlacht erhielt. Auf der Spitze des Denkmals befand sich offenbar der tonnenschwere Findling aus der Gockenholzer Feldmark. Der sogenannte "Jahrhundertdenkstein" diente unter anderem als Postkartenmotiv. 

Bild: Postkartenmotiv des Jahrhundertdenksteins in Lachendorf. Quelle: Postkarte, 1914.  

Das Lachendorfer Denkmal wies bereits optisch offenbar deutliche Ähnlichkeiten zum Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig auf, das am 18. Oktober 1913 eingeweiht wurde. Auch das Lachendorfer Denkmal wurde im Jahr 1913 eröffnet. Ebenso scheint die Form des Lachendorfer Denkmals an sein Pendant in Leipzig angelehnt worden zu sein. 

Die Spur des Jahrhundertdenksteins lässt sich aber noch weiter verfolgen. Eine weitere Ansicht zeigt das Denkmal mutmaßlich auf dem alten Platz vor dem Rathaus. Die Aufnahme muss nach 1918 entstanden sein, denn auf dem Denkmal ist bereits eine Gedenktafel für die Opfer des Ersten Weltkrieges angebracht worden. 

Von der Perspektive scheint es als wäre das Bild aus fast demselben Winkel wie die Aufnahme aus dem Jahr 1914 entstanden. Die leicht abgeflachte Kante des großen Findlings auf der Spitze lässt diesen Schluss jedenfalls zu. Aber: die Anordnung der aufgeschichteten Steine passt nicht zueinander. Wurde das Denkmal zwischenzeitlich versetzt? Auch die Gebäude im Hintergrund unterscheiden sich. Die neuere Aufnahme scheint außerdem vor ausgewachsenen Nadelbäumen entstanden zu sein, während auf jener Aufnahme aus dem Jahr 1914 im Hintergrund eindeutig Laubbäume zu erkennen sind. 

Bild: Der alte Platz vor dem Rathaus mit dem sogenannten Jahrhundertdenkmal. Quelle: Martin Wittmann, Kurt W. Seebo, Lachendorf - Beiträge zur Geschichte des Dorfes, S. 172. 

Die Lachendorfer Ortschronik von Martin Wittmann und Kurt-Werner Seebo liefert einen Hinweis darauf, was aus dem alten Denkmal geworden ist. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es offenbar Überlegungen eine weitere Gedenktafel für die Opfer des Krieges am Denkmal anzubringen. Eine entsprechende Tafel wurde am Volkstrauertag im Jahr 1959 auch befestigt. 

Allerdings musste das Denkmal im bereits im Jahr 1967 im Zuge der Verlegung der Ortsdurchfahrt weichen. Es wurde daher - unter Mithilfe von Soldaten der Bundeswehr aus Munster - im Juli 1967 abgebrochen, berichteten Wittmann und Seebo in der Ortschronik. Am Rehrkamp wurde wenig später eine neue Gedenkstätte mit drei großen Beton-Stelen durch die Firma Claussen gestaltet. An diesen Stelen wurden die Tafeln zum Gedenken an den einhundertjährigen Jahrestag der Völkerschlacht, an den Ersten Weltkrieg sowie an den Zweiten Weltkrieg montiert. Die neue Gedenkstätte am Rehrkamp wurde am Volkstrauertag im Jahr 1968 eingeweiht. 

Bild: heutiges Denkmal in der Spitze Westerberg/Rehrkamp in Lachendorf. Quelle: Altmann, 2021. 

Die Frage nach dem Verbleib des im Jahr 1913 errichteten Denkmals wäre damit geklärt. Doch wo blieb der Jahrhundertdenkstein? Seine ursprüngliche Herkunft und sein letztlicher Verbleib geben somit bis heute Rätsel auf. 

H. Altmann