f Woher das Heideeck seinen Namen hat ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Mittwoch, 19. August 2015

Woher das Heideeck seinen Namen hat


Folgt man der L 282 aus Lachtehausen in Richtung Beedenbostel, so erreicht man kurz hinter dem Waldgebiet "die Sprache" das sogenannte Heideeck. Heute befindet sich hier ein Kreisel, an dem sich die L 282 mit der Straße zwischen Gockenholz und Lachendorf kreuzt. Weit und breit ist hier allerdings keine Heidefläche zu sehen. Woher stammt also dieser Name, der eigentlich jedem in der Umgebung bekannt sein dürfte? 

Wie so häufig fußt der Name auf historischen Wurzeln. Allerdings scheint es sehr unwahrscheinlich, dass heute noch Zeitzeugen berichten können, denn das "Heideeck" ist deutlich älter als Menschen es jemals werden können. 

Bild: Heideeck heute - Luftbild 2014 - Blick in Richtung Lachendorf. 
Quelle: H. Altmann. 


Geht man in der Geschichte zurück, so fällt zunächst auf, dass die Straßenkreuzung am Heideeck recht alt sein muss. Die entsprechende Karte aus dem Jahr 1945 zeigt bereits das X-förmige Heideeck und die, parallel zur Straße in Richtung Lachendorf, verlaufende Bahntrasse. Auch ist in dieser Karte ein Wirtshaus verzeichnet. Die Bereiche westlich des Heideecks sind in der Karte als Weide- bzw. Grasland verzeichnet. 

Bild: Heideeck 1945. 
Quelle: War Office Map 1945. 


Blickt man etwas weiter auf der Zeitachse zurück, so lässt sich die Verkopplungskarte aus dem Jahr 1860 heranziehen. Das Heideeck ist als Straßenkreuzung bereits in dieser Karte erkennbar. Es liegt zwischen dem Dürskamp, welcher zur Gockenholzer Gemarkung gehörte und dem Lachenkamp, der zur Lachendorfer Gemarkung zählte. Die Karte verrät außerdem einiges über die Entwicklung der Straßen und Felder rund ums Heideeck. Die Straße nach Beedenbostel, in der Karte rot verzeichnet, verlief einst ein Stück südlich der heutigen L 282. Die Äcker bestanden aus schmalen Flurstücken, die - anders als heute - von einzelnen Höfen bewirtschaftet wurden. 

Bild: Heideeck 1860. 
Quelle: Verkopplungskarte Lachendorf.  


Das Heideeck ist allerdings noch einige Jahre älter. Bereits die Kurhannoversche Landesaufnahme aus dem Jahr 1780 gibt Hinweise darauf. Eine wichtige Flurbezeichnung ist in den späteren Kartenwerken abhanden gekommen: die Lachteheide. Diese Heidefläche lag einst entlang der heutigen L 282, nördlich der Lachte und westlich des heutigen Heideecks. Dieses bildete quasi den östlichen Rand - also gewissermaßen eine "Ecke" - der einstigen Heidefläche. Sehr wahrscheinlich rührt der Name somit aus diesen Tagen. Doch ohne eine Straße zwischen Gockenholz und Lachendorf hätte es logischerweise keine solche "Ecke" gegeben. Daher scheint es naheliegend, dass die Wegverbindung zwischen diesen beiden Orten schon damals relevant gewesen sein muss. 

Bei der Urbarmachung der einstigen Lachteheide wurden bronzezeitliche Grabhügel entdeckt. Sie stammen aus einer Zeit in der es definitiv noch kein Heideeck gab. 

Bild: Heideeck 1780. 
Quelle: Kurhannoversche Landesaufnahme, Blatt Beedenbostel.  


Namensgeber für das heutige Heideeck war also die einstige Lachteheide. Heideflächen waren einst Allmendeflächen und konnten somit von allen Höfen gleichermaßen genutzt werden. Mit dem Prozess der Verkopplung verschwanden solche gemeinschaftlich genutzten Flächen aus dem Landschaftsbild. 

Heute hat sich lediglich der Name des Heideeck als letzter Hinweis auf die einstige Lachteheide erhalten. 



H. Altmann



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