f Goldschatz unter Tage: Bergwerk Merkes ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Montag, 22. Oktober 2012

Goldschatz unter Tage: Bergwerk Merkes

Goldschatz unter Tage: Bergwerk Merkes

Das Depot der Nazis lag in einem alten Salzbergwerk...






Eigentlich hatte ich versucht diese Rubrik zu meiden - aber nun hat sie mich doch eingeholt. Es ist immer etwas lächerlich, wenn man von alten Schätzen berichtet. Seit 2008 ist allen der Begriff "Bankenkrise" bekannt und schon alleine deswegen beeindrucken uns Werte mit weniger als 30 Nullen hinter dem Komma kaum noch. Als ich kürzlich im Bergwerk Merkes im Thüringischen Merkers-Kieselbach nahe der hessischen Landesgrenze war, habe ich mich entschlossen dazu dennoch einen kleinen Beitrag zu schreiben. 


Vielleicht fangen wir aber einfach vorne an...


 Außenansicht des Salzbergwerkes Merkers. 


Nach einer kurzen Einweisung durch die Bergleute gelangt man im Förderkorb bis zu einer Tiefe von 800 m u.NN. Unter Tage erstreckt sich ein gigantisches Netz an befahrbaren Stollen...



Bild: Streckenkarte Merkers unter Tage (Foto: Brandschutzplan Merkers). 


Um nun das zu vermeiden, was ich in Geschichte in der Schule immer nicht mochte, werde ich den obligatorischen chronologischen Teil der Entstehung und Entwicklung so kurz wie möglich halten. Die nachfolgenden vier Bilder stammen aus der Ausstellung zur Bergwerksgeschichte und reichen völlig aus, um sich einen groben Überblick zu verschaffen:


Bild: Geschichte Merkers, Quelle: Ausstellung Museum Merkers)

Bild: Geschichte Merkers, Quelle: Ausstellung Museum Merkers)

Bild: Geschichte Merkers, Quelle: Ausstellung Museum Merkers)

Bild: Geschichte Merkers, Quelle: Ausstellung Museum Merkers)


Das Gold...

Natürlich könnte man noch Vieles mehr über das Bergwerk erzählen. Hier nehmen wir aber eine kleine Abkürzung und widmen uns direkt dem was vermutlich die meisten interessieren wird: dem Gold. 

Nachdem die Amerikaner den kleinen Ort Merkers ohne auf Widerstand zu stoßen eingenommen hatten, untersuchten sie das Kalibergwerk Merkers. Sie wussten zu diesem Zeitpunkt (Anfang April 1945) schon, dass das Deutsche Reich große Mengen an Werten und Kunstschätzen in Bergwerke und Stollen einlagern ließ. Zum Einen geschah dies vermutlich um die Kunstgegenstände die zum großen Teil aus Museen (z.B. aus Berlin) stammten vor den alliierten Bomben zu schützen. Zum anderen wollten die Nazis sicherstellen, dass den Siegermächten keine Werte in die Hände fielen. 

Der Film zeigt in Kurzform die Originalaufnahmen der Amerikaner aus Merkers... (Quelle: K + S Museum Merkers). 


Am 04.04.1945 trafen namenhafte Generäle darunter Patton und Eisenhower (ab 1953 Präsident der USA) in Merkers ein und begutachteten die unterindische Schatzkammer. 

Bild: Originalaufname des Reichsbankdepots. Quelle: K + S Museum Merkers.


Bild: General Eisenhower begutachtet den Fund. Quelle: K+S Museum Merkers. 


Was wurde eingelagert...? 

Einlagerungen in der Grube Kaiseroda:


  • Gold-, Platin- und Silberbarren
  • Goldmünzen der wichtigsten Währungen der Welt
  • Asservate bzw. Depots staatlicher und militärischer Dienststellen (plombierte Beutel mit Gold und Edelmetallposten)
  • Teile des Geldmuseums und der Geldsammlung der königlich-preußischen Münze
  • Reichsbanknoten im Wert von 3 Milliarden Reichsmark
  • Sammlungen von 15 verschiedenen Abteilungen von Berliner Museen einschließlich der Nationalgalerie 
  • Bilder der Gemälde- und Nationalgalerie vom 14. bis 20. Jahrhundert
  • Hauptwerke der in Berlin vorhandenen deutschen und italienischen Plastik
  • Sammlungen des Kupferstichkabinetts 
  • Sammlungen des Völkerkundemuseums sowie des Museums für Vor- und Frühgeschichte
  • Unter den Skulpturen befand sich die Büste der Nofretete. 
(Quelle: K+S Museum Merkers). 



Plan und Einlagerung...


Es hat ein wenig von einem alten Piratenschatz und der Karte dazu: 


(Bild: Plan der Einlagerungen. Quelle: K+S Museum Erlebnisbergwerk Merkers)

Trotz des zeitlichen Drucks schafften es die, für die Einlagerung zuständigen Einheiten der Wehrmacht, die Güter geordnet zu verstauen. Der oben stehende Plan gibt genauen Aufschluss darüber was wo und auch in welcher Menge eingelagert wurde.


Wie sah das damals aus...? 

Die Amerikaner waren nicht so freundlich auch nur einen einzigen Goldbarren zurück zu lassen. Die gesamten eingelagerten Güter wurden abtransportiert. Die Kunstgegenstände wurden später nach dem Krieg wieder zurückgegeben. Das Gold allerdings nicht. Es ist nicht einmal genau bekannt wo das Gold am Ende genau hingelangte als es aus Deutschland herausgebracht war. Die vorherrschende Meinung ist Fort Knox in den USA. Nun aber ein paar Impressionen des alten Depots...


Bild: Kisten für Münzen und Scheine. Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers)



Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers

Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers

Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Bild: Goldmünzen... Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers

Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers



Noch einige originale Aufnahmen...



Bild: Gemälde werden von Patton und Eisenhower begutachtet. Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers

Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers



Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers



Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers


Quelle: K+S Erlebnisbergwerk Merkers 



Fazit...

Am Anfang des Beitrags hatte ich mir vorgenommen nun zum Ende noch die Bilder aus dem Museum zu zeigen - also zur Abbaugeschichte des Kalisalzes. Aber nun merke ich, dass das dann vielleicht doch etwas viel auf einmal wird. Belassen wir es also für's erste bei dem Goldschatz.

Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich in Foren Beiträge zum "Nazi-Gold" oder dem Bernsteinzimmer lese. Meinen Respekt haben die Leute, die wirklich ernsthaft auf der Suche nach solchen Schätzen sind. Es geistern natürlich viele Legenden uns Interpretationen herum, was mit den Schätzen - wie z.B. dem gesamten Reichsbankgold geschehen sein könnte. Wurde alles in Merkers versteckt? War Merkers vielleicht nur eine Ablenkung, um von der Suche nach einem noch größeren Depot abzulenken? 

Eine weitere Theorie besagt, dass das Gold in die Alpenfestung gebracht worden sein könnte. Dort wird vor allem Einsiedel am Walchensee als Versteck vermutet. Aber auch andere Bergwerke und Stollen geben Rätsel auf. Zumal manche der Standorte bereits geschlossen und einige darüber hinaus auch nicht mehr zugänglich sind, halten sich die Theorien über das Gold am Leben. Niemand kann somit mit Sicherheit sagen, dass bereits alles gefunden wurde. Umso mehr ernten diejenigen, die sich mit solchen Themen befassen den Spott der anderen. Ich möchte auch nicht weiter darüber spekulieren...

Fakt ist, dass sich das Erlebnisbergwerk Merkers wirklich loht anzusehen! Der Eintritt (20,00 €/Erwachsene) ist absolut gerechtfertigt, denn man bekommt einiges geboten. Vielleicht folgen ja auch irgendwann noch einmal die Bilder zum Rest des Bergwerkes. 

Viele Grüße und bis bald, 

S.t.a.l.k.e.r.





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