Freitag, 27. November 2020
Ehemaliger Scheinflughafen Wilsche
Freitag, 13. November 2020
Heeresmunitionsanstalt Celle: chemische Spitzenkampfstoffmunition
In der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt Celle/Scheuen wurde zu Kriegszeiten konventionelle Munition gefertigt und gelagert. Weniger bekannt ist: zu Kriegsende wurde ebenfalls chemische Kampfstoffmunition eingelagert. Was steckt dahinter?
Spuren aus der Zeit der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt Celle/Scheuen sind am Reiherberg bis heute zu erkennen. Zusammengefallene Bunker, alte Straßenverläufe und Mauerreste. Die Relikte und Trümmer sind stumme Zeugen einer der größten Rüstungseinrichtungen die es bei Celle früher gegeben hat.
Bereits während des Ersten Weltkriegs gelangte ein ca. 210 ha großes Gelände "am Arloh" in Reichseigentum. Am 5. Dezember 1916 erwarb es die Kaiserliche Werft Wilhelmshafen das Areal und errichtete dort einen Marineflugplatz. In den Zwanzigerjahren hatte die Stadt Berlin einen Teilbereich des, zu dieser Zeit nicht mehr militärisch genutzten, Geländes erworben und dort ein Landerholungs- sowie ein Landerziehungsheim eingerichtet.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 führte zu einer raschen militärischen Wiederaufrüstung. Auf der Arloher Heide begann 1934 eine rege Bautätigkeit. Namenhafte Celler Bauunternehmen waren an der Errichtung der neuen Heeresmunitionsanstalt beteiligt. Diese bestand einerseits aus einem Fertigungs- bzw. Produktionsbereich und einem Lagerungsbereich. In diesem wurden etliche massive Lagerbunker errichtet.

Bild: Umzäunung des Lagerbereichs der Heeresmunitionsanstalt Scheuen. Quelle: Altmann, 2020.
Die Heeresmunitionsanstalt Celle/Scheuen diente zur Fertigung von konventioneller Munition - eine Herstellung von Explosivstoffen erfolgte dagegen nicht. Gefertigt wurde insbesondere Granatwerfermunition, Granaten für Panzerabwehrkanonen sowie Flugabwehrkanonen und Granaten für Kanonen. Infanteriemunition ist in der Heeresmunitionsanstalt Celle/Scheuen nicht gefertigt, sondern nur eingelagert worden.
Die Lagerung der Munition erfolgte in den zahlreichen Lagerbunkern, die sich nördlich an den Fertigungsbereich anschlossen. Zwei Typen von verbunkerten Lagerhäusern waren hierfür errichtet worden. Die größeren maßen eine Grundfläche von ca. 200 qm - die kleineren ca. 50 qm. Die Bunker waren an langen Verbindungsstraßen errichtet, sodass die Munition ohne größere Umstände ein- und ausgelagert werden konnte.
Bild: eingestürzter Lagerbunker der Heeresmunitionsanstalt Scheuen. Quelle: Altmann, 2020.
Aus den Erfahrungen den Ersten Weltkriegs fürchteten die alliierten Streitkräfte den Einsatz chemischer Kampfstoffe von Seiten des Deutschen Reiches. Dieses hatte die Erforschung und Entwicklung neuer, effizienter Kampfstoffe massiv vorangetrieben. Substanzen wie Tabun und Sarin - beides Nervenkampfstoffe - begründeten schließlich die Befürchtungen auf alliierter Seite. Bereits frühzeitig interessierte man sich daher für die Entwicklungen auf deutscher Seite.

Bild: US-Bericht über die Möglichkeiten der chemischen Kriegsführung von gegnerischer Seite. Quelle: US War Dep., 1943.



Freitag, 18. September 2020
Der Kalisalzschacht Habighorst













[1] Wittmann, Höfer – Beiträge
zur Geschichte eines Dorfes, S. 286 ff.
[2] Slotta, Technische Denkmäler
in der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 3, S. 339.
[3] Ebd.
[4] Buja, Ingenieurhandbuch
Bergbautechnik: Lagerstätten und Gewinnungstechnik, S. 245.
[5] Slotta, Technische Denkmäler
in der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 3, S. 340.
[6] Wittmann, Höfer – Beiträge
zur Geschichte eines Dorfes, S. 287.
[7] Slotta, Technische Denkmäler
in der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 3, S. 341.
[8] Schreiben des Preußischen
Oberbergamtes an den Minister für Handel und Gewerbe vom 14.02.1925,
Bundesarchiv, R 3101/31227.
[9] Kriegstagebuch des
Rüstungskommandos Lüneburg, Bundesarchiv, RW 21-42/6.
[10] Altmann, Die
Luftmunitionsanstalt 4/XI und die Untertageverlagerung Löwe, S. 135.
[11] Schreiben des Bergamtes
Celle an das Oberbergamt Clausthal zum Stand der Verlagerungsaktion vom
30.06.1944, BaCl Hann. 184, Acc. 9 Nr. 3750.
[12] Schreiben des Bergamtes
Celle an das Oberbergamt Clausthal zum Stand der Verlagerungsaktion vom
27.02.1945, BaCl Hann. 184, Acc. 9 Nr. 3750.
[13] Bericht über den Stand der
Bewetterungsmaßnahmen Mariaglück/Habighorst, Bundesarchiv, R 3101/31227.
[14] Altmann, Die
Luftmunitionsanstalt 4/XI und die Untertageverlagerung Löwe, S. 141.
[15] Schreiben des Bergamtes
Celle an das Oberbergamt Clausthal zum Stand der Verlagerungsaktion vom
23.01.1944, BaCl Hann. 184, Acc. 9 Nr. 3750.
[16] Schreiben des
Reichswirtschaftsministeriums an das Oberbergamt Clausthal vom 06.03.1945, BaCl
Hann. 184, Acc. 9 Nr. 3025.
[17] Altmann, Die Luftmunitionsanstalt
4/XI und die Untertageverlagerung Löwe, S. 177.
[18] Slotta, Technische Denkmäler
in der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 3, S. 342.
[19] Hoppe/Seebo, Spuren des Salzes in einer Landgemeinde, S. 60.
Dienstag, 1. September 2020
Schieß- und Sprengplatz Tiefental

Das Tiefental südlich von Hermannsburg ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Die ausgedehnten Heideflächen fügen sich romantisch in die sanfte Hügellandschaft. Auf den ersten Blick ist daher leicht zu übersehen, dass sich an diesem Ort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein Schießplatz der Luftwaffe – und nach Kriegsende ein Sprengplatz der britischen Streitkräfte befand.
Der Parkplatz „Eicksberg“ ist ein gerne angesteuerter Ausgangspunkt für Wandertouren über die Heideflächen des mittleren Lüßplateaus. Diese gehen fast nahtlos in die Misselhorner Heide über und bieten somit einen schönen Rundkurs durch die traditionell anmutende Heidelandschaft. Die Senke des Tiefentals entstand im Ausgang der letzten Eiszeit – sie diente bereits dem Missionsgründer und Hermannsburger Pastor Ludwig Harms um 1860 als Ort für Predigten.
In der näheren Umgebung des Tiefentals finden sich noch zahlreiche weitere, auffallend symmetrische Bodensenken, deren Ursprung deutlich jüngeren Datums ist. Was in kaum einem Wanderführer zu lesen ist: als das Tiefental touristisch noch nicht erschlossen war, diente das Areal zeitweise zu militärischen Zwecken.

Bild: Übersichtskarte Tiefental. Grün: Stellungsgraben. Gelb: Sprengtrichter. Blau: Parkplatz "Eicksberg". Grau: Scheibenanlage des Schießplatzes. Quelle: Google Earth, Eintragungen: H. Altmann.

Bild: aufgeschütteter Damm der ehemaligen Scheibenanlage im Gelände. Quelle: H. Altmann.

Bild: Luftbild Tiefental - Sicht im einstigen Anflug auf die Scheibenanlage und den Kugelfang. Quelle: H. Altmann.







Donnerstag, 6. August 2020
Die Karpathen Öl AG bei Garßen






















