f Da war doch was...26. September 1386 ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Freitag, 27. September 2013

Da war doch was...26. September 1386

Da war doch was...


Heute / Gestern vor 627 Jahren...


Fast könnte man meinen, Gestern sei einfach so an Einem vorübergezogen. 
Fast. Aber man kann ja auch noch mal an Gestern zurückdenken. - Und warum dann nicht gleich an Gestern vor 627 Jahren? 

Am 26. September 1380 verzeichnet das erste Gedenkbuch des Rates der Stadt Braunschweig einen Fall vor dem Celler Gericht. An diesem Tag trat Hans Borden(v)we als Kläger gegen Herman van Halberstad auf, da ihm dieser am Zehnt von Börßum (Wolfenbüttel) vier Mark Schaden zugefügt hatte. 

Es muss hinzugefügt werden, dass vier Mark einmal ungeheuer viel Geld waren. Aber wem erzähle ich das heute... 


Im Originaltext lautet es wie folgt: 

Eodema anno, in vigilia Cosme et Damiani, do was Hans Bordeno(v)we vor gerichte to Tzelle unde scuoldegede Hermanse der wedewen van Halber(stad). Hans Rederinghe was Bordenowen vorsprake unde Hans van Hamelen to Tzelle sprack Hermannus word. Aldus ludede de klaghe: Bordenowe scuoldegede Hermanse umme scaden, den he oeme gedan hedde an dem verndel des tegeden to Boersne, dar he vor deme gantzen lande vor deme echten goedinghe mit rechte in ghekomen wereb. Den scaden achte he uppe IIII lodige marck. Hir swovr Hermannus vore.


Um das Ganze in verständliche Worte zu fassen, kann man sagen Hans Borden(v)we, dessen Name einen unglaublichen Hang zur gelebten Lautschrift haben mag, verklagte Herman van Halberstad (Halberstadt). Grund dafür: Herman soll Hans um vier Mark gebracht haben. Dabei scheint es so, als hätten die Beiden - Kläger und Beklagter - jeweils eine Art "Anwalt" gehabt. Diese sogenannten "Vorsprecher" waren Hans Rederinghe und Hans van Hamelen (Hameln). Nähere Hintergründe bleiben leider ungewiss. Was aus Herman wurde steht leider nicht geschrieben. 

Die Überlieferung aus dem Mittelalter beweist zumindest, dass schon einst bürokratische Institutionen genauestens verzeichneten was geschah. Nun - mittlerweile dürfte das Ganze wohl verjährt sein ;) 


Übrigens: 

Das alte Gericht zu Celle befand sich unmittelbar der heutigen B 214 in Höhe von Baker Hughes. Der Straßenname "Galgenberg" deutet noch auf den Ort hin (siehe dazu auch: Found Places: Justiz, Gericht und Vollstreckung zu alter Zeit). 

Ob an dieser Stelle der Prozess stattfand, bzw. ob es überhaupt zu einem solchen kam, teilt uns die Quelle leider nicht weiter mit...


Bild: Gericht zu Celle, an der heutigen B 214. 
Quelle: Kurhannoversche Landesaufnahme 1780. 


Damit sei dem gestrigen Tage genug Aufmerksamkeit geschenkt - bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: "da war doch was..." 


Viele Grüße, 

Hendrik


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