f Neue Gedenkstätte in Unterlüß ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Dienstag, 13. April 2021

Neue Gedenkstätte in Unterlüß


In Unterlüß informiert künftig eine neue Gedenkstätte über die Arbeitslager, die sich im Ort befanden und schafft einen Anlaufpunkt für das Gedenken an die Menschen, die in der Zeit des Dritten Reiches in der Umgebung Zwangsarbeit verrichten mussten. 

Unterlüß. Lange hatte sich die Realisierung des Projektes hingezogen - mehrfach mussten die angestrebten Eröffnungstermine Corona-bedingt verschoben werden. Dennoch konnten die Baumaßnahmen an der neuen Gedenkstätte planmäßig zum 13. April 2021 abgeschlossen werden. An diesem Tag, dem 76. Jahrestag des Kriegsendes vor Ort, wurde die neue Gedenkstätte offiziell an die Öffentlichkeit übergeben. Mit ihr soll an die Lager der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und insbesondere an das sogenannte Tannenberglager, als Außenstelle der Konzentrationslagers Bergen-Belsen, erinnert werden. 

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Firma Rheinmetall, Vertretern des Arbeitskreises „Tannenberglager“ und der Gemeinde Südheide engagiert sich seit über zwei Jahren an der Aufarbeitung der Geschichte der Lager in Unterlüß und konzipierte zunächst vier Gedenktafeln, die künftig einen Anlaufpunkt für die Auseinandersetzung mit der örtlichen Geschichte bilden. Die neue Gedenkstätte befindet sich in der Parkanlage an der Müdener Straße, gegenüber der Einmündung Neuensothriether Straße. Die Fläche wurde durch die Gemeinde Südheide errichtet, die Kosten für die Gedenktafeln und die Beleuchtung wurden von der Firma Rheinmetall getragen und der Arbeitskreis „Tannenberglager“ stiftete die Sitzmöglichkeiten. Die redaktionelle Ausgestaltung der Gedenktafeln erfolgte in Eigenregie der Arbeitsgruppe. 

Die Beteiligten möchten mit der Errichtung der Gedenkstätte an das Leid der im Dritten Reich in den Lagern inhaftierten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gedenken und für die heutigen sowie die kommenden Generationen einen geeigneten Zugang zur Geschichte schaffen.

Bild: Gedenktafeln in Unterlüß. Bild: Altmann, 2021. 

Eine angemessene Eröffnungsveranstaltung der neuen Gedenkstätte konnte Corona-bedingt nicht durchgeführt werden und leider konnten auch nicht alle diejenigen, die sich aktiv und intensiv in die Verwirklichung des Projektes eingebracht haben, bei der Übergabe der Gedenkstätte anwesend sein. Die ursprünglich angestrebte Einweihung der Gedenkstätte wird daher nachgeholt werden, sobald die Corona-bedingte Lage dies zulässt. 

Vor diesem Hintergrund erfolgte am 13. April 2021 lediglich eine offizielle Übergabe des Ortes an die Öffentlichkeit im kleinsten Kreis. 

Bild: offizielle Übergabe der neuen Gedenkstätte an die Öffentlichkeit. v.L.: Rainer Vogeler, Monika Oetke, Hendrik Altmann, Katharina Ebeling, Manfred Mäule. Quelle: Altmann, 2021. 


H. Altmann



6 Kommentare:

  1. "leider konnten auch nicht alle diejenigen, die sich aktiv und intensiv in die Verwirklichung des Projektes eingebracht haben, bei der Übergabe der Gedenkstätte anwesend sein"

    es muss heissen: leider wurden die sich aktiv und intensiv in die Verwirklichung des Projektes eingebracht haben nicht eingeladen!

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  2. Jeder hätte es verdient bei der Übergabe der Gedenkstätte an die Öffentlichkeit anwesend zu sein. Obwohl dieser Zustand nunmehr seit länger als einem Jahr andauert, haben einige offenbar leider immer noch nicht verstanden, dass Veranstaltungen in größeren Personengruppen nicht durchgeführt werden K Ö N N E N (!)

    Mit Blick auf die bisherige Erinnerungskultur vor Ort täte man ggf. besser daran, sich über den erzielten Fortschritt zu freuen - statt sich über die persönliche Abwesenheit bei der Übergabe an die Öffentlichkeit zu ärgern. Persönliche Belange sollten bei einem derart wichtigen Projekt nicht im Vordergrund stehen. Es wird zu einem späteren Zeitpunkt eine offizielle Einweihung mit hoffentlich vielen Personen geben.

    Das bisher Erreichte ist nur der Ausgangspunkt für alles Künftige.

    MfG
    H. Altmann

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  3. Auch in die Vorbereitung wurden leider nicht alle Akteure einbezogen. Trotzdem ein guter Schritt, dem weitere folgenden sollten.
    Vielen Dank an alle!
    PS: Hier gibt es weitere Informationen zu Zwangsarbeit bei Rheinmetall und das Außenlager Tannenberg: https://weg-der-erinnerung.solikom.de/de/weg_der_erinnerung/kz-tannenberg

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    1. ...ein Schritt, der lange überfällig war. Hieran soll angeknüpft werden. Wer das aktiv unterstützen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen!

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  4. Wenn schon der höchst
    Wenn schon der höchst
    umstrittene Begriff DRITTES REICH verwendet wird, sollte dieser zumindest in Anführungszeichen gesetzt werden.

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    1. Geschichte beschreibt man nicht in Anführungszeichen - sondern indem man die Dinge benennt, wie sie waren.

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