f Die eigene Munition der Schutzstaffel (SS) ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Donnerstag, 9. August 2012

Die eigene Munition der Schutzstaffel (SS)


Hallo zusammen,

Vor einiger Zeit tauchte in einem Forum ein Bild einer verschossenen Gewehrpatrone auf. An sich nichts sonderlich Spektakuläres.

Diese Patrone hatte jedoch einen besonderen Bodenstempel - eine sog. SS-Rune war eingestanzt - das Zeichen der Schutzstaffel.
Nun kam die Frage auf, ob es tatsächlich solche Munition gegeben hatte.
 



Da ich ebenfalls durch Zufall einmal so eine Hülse gefunden habe, werde ich mal kurz darauf eingehen.



Die SS-Rune ist erkennbar, aber da es nicht unproblematisch ist derartige Symbole zu zeigen, ist sie durchgestrichen. Gut erkennbar ist die Stempelung "DWM 1938 SS"













Bei Youtube fand ich ein Video dazu: 


Offensichtlich wurde das Video in Polen oder Russland aufgenommen. Es ist von einer Nachahmung dringend abzuraten, denn die beiden Herren hantieren dort mit scharfer Munition.

Darum soll es hier aber gar nicht gehen. Vielmehr bedeutend ist, dass die Hülsen über die Stempelung "DWM 1938 SS" verfügen. 


Wie verrät uns der Bodenstempel? 

Tatsächlich handelt es sich dabei um Munition, die speziell für die Totenkopf- und Verfügungsverbände der SS hergestellt worden war. "DWM" steht für die Deutschen Waffen und Munitionsfabriken. 1933 beschloss die Geschäftsleitung der DWM eine Fabrik für Spezialmunition in der Nähe Lübecks zu errichten. Zusammen mit ihrer Tochterfirma, der "MfM" (Maschinen für Massenverpackungen) entstand bei Lübeck Schlutup eine riesige Munitionsfabrik.  
Unter anderem wurde die Standardpatrone 7,92mm dort gefertigt. 

Die Schutzstaffel ("SS") wurde am 04.04.1925 gegründet. Die Wehrmacht ging am 16.03.1935 aus der Reichswehr hervor. Die Reichswehr bestand in den Jahren 1921 bis 1935. Die SS, die zuerst nur für den Schutz Hitlers zuständig war musste sich daher in den Jahren 1925 bis 1935 "selbst versorgen". Erst 1939 wurde die SS aus den gleichen Quellen und Beständen versorgt wie die Wehrmacht. 

Der Bodenstempel rührt somit aus einer "privaten" Bestellung der Schutzstaffeln her, bei der ein zusätzlicher Bodenstempel quasi auf "Wunsch" hinzugefügt wurde. 
Eingesetzt wurde die Munition vermutlich zu Kriegsbeginn beim Polenfeldzug und zu Kriegsende. 


Sonderfertigung für die SS. Für die Verfügungstruppe stand das bloße "SS". Bei den Totenkopfverbänden war ein "TV" angehängt (siehe "die Partone 7,92) 

Quelle: Waffen-Welt. 










Fazit: 

Es ist erstaunlich, was sich alles anhand eines Bodenstempels herausfinden lässt. Auch bei nicht so markanten Stempelungen ist es möglich herauszufinden, wo und wann die Munition hergestellt wurde. Dementsprechend lässt sich manchmal sogar zurückverfolgen wer sie verschossen haben könnte. 

Die Sonderanfertigung der Munition ist meiner Ansicht nach erfolgt, um die Sonderstellung der Schutzstaffel deutlich zu machen. Bis zum Kriegsende galt die SS als eine Art Elite. 


Abschließender Hinweis: 

Die hier gezeigten Bilder zeigen nur Hülsen - keine einsatzfähige Munition. Es sei jedem geraten von scharfer Munition die Finger zu lassen. Hier sollte nur auf die Auffälligkeit der Bodenstempelung eingegangen werden. 



Beste Grüße, 
S.t.a.l.k.e.r.



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Quellen: 





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