f Funde vom 14.08.2015 ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Mittwoch, 19. August 2015

Funde vom 14.08.2015



Seit längerer Zeit war ich mal wieder im Suchgebiet unterwegs. Zunächst wurde ein nachweislich alter Acker unter die Lupe genommen. Die unmittelbare Lage an einem Ort und zu einem Flusslauf machten das Feld zusätzlich interessant, denn solche Stellen waren schon früher regelmäßig genutzt. Gemeinsam mit weiteren genehmigten und zertifizierten Sondengängern der Gemeinschaft Allertal  begann also die Suche. Gegen Abend wechselte ich den Acker. Die nachfolgenden Funde konnten an diesem Tag geborgen werden - allerdings stammen sie nicht vom selben Feld. Sie wurden nach dieser Aufnahme wieder separiert, beschriftet und gesondert verpackt. 

Bild: Gesamtfundkomplex des 14.08.2015.
Quelle: H. Altmann


Es fand sich auf den Feldern vor allem eines: viele kleine Aluminiumteile, die den Detektor herausforderten. Trotzdem konnten einige wirklich schöne Funde gemacht werden. 

Unter anderem diese Verzierung eines Schlüssellochs kam zum Vorschein. Die kleine Platte aus Kupfer war einst als Blende vor einem Schlüsselloch - vielleicht an einer kleinen Kommode o.ä. angebracht. Vermutlich datiert sie in die Mitte des 19. Jh. - in jedem Fall handelt es sich um einen neuzeitlichen Fund. 

Bild: Verzierung eines Schlüssellochs.
Quelle: H. Altmann


Es kamen auch Fundstücke zum Vorschein, die der Zeit des Dritten Reiches zuzuordnen sind. So etwa diese Auflage eines Koppelschlosses des "Deutschen Jungvolkes (DJ)". Die sogenannten "Pimpfe" waren einst die Vorgängerorganisation der Hitlerjugend (HJ). Jungen im Alter zwischen 10 und 14 gehörten dieser Organisation an. Ab 14 kamen sie dann in die HJ oder verblieben in Führungsrängen weiterhin beim Deutschen Jungvolk. Zeichen des DJ war eine einfache S-Rune. 

Das gefundene Koppelschloss gehörte einst also einem "Pimpf" - ob es verloren ging, oder bei Kriegsende mutwillig entsorgt wurde, kann natürlich nicht festgestellt werden. 

Bild: Koppelschloss des Deutschen Jungvolkes (S-Rune nicht gezeigt).
Quelle: H. Altmann


Auch zwei schöne Silbermünzen gelangten bei der Suche an die Oberfläche. Es handelt sich um einen Groschen aus dem Jahr 1858, Königreich Hannover und eine vier Pfennig Münze aus dem Jahr 1837, Braunschweig-Calenberg-Hannover. Beide Münzen sind gut erhalten, was sicherlich auch auf die hohe Qualität des Materials zurückzuführen ist. 

Bild: Silbermünzen (Vorderseiten). 
Quelle: H. Altmann



Bild: Silbermünzen (Rückseiten). 
Quelle: H. Altmann


Es waren allerdings auch Funde dabei, die sich leider nicht so eindeutig bestimmen lassen, wie die Münzen. Ein ca. 4 cm langes und leicht gekrümmtes Objekt scheint die Nachbildung eines Blattes oder einer Ranke zu sein. An einem Ende weist das Objekt eine Bruchstelle auf. Etwa in der Mitte befindet sich am Rand außerdem ein kleines Loch. Sicherlich diente der Gegenstand einst zur Zierde - sonst ergäbe die kunstvolle Gestaltung keinen Sinn. Das Material ist Kupfer. Ösen oder Spuren auf der Rückseite sind nicht vorhanden. Es wird sich daher vermutlich um einen Beschlag handeln und nicht um eine Fibel. Allerdings muss dieses Objekt in jedem Fall gemeldet werden und weiter untersucht werden worum es sich handeln könnte. 

Bild: Beschlag oder vielleicht doch Fibel? 
Quelle: H. Altmann


Ein anderes Objekt kann zumindest zeitlich näher eingegrenzt werden. Es handelt sich um einen Orden bzw. Anstecker mit recht eindeutigen Motiven. Ein Hakenkreuz unter einem Eichenkranz wird von einem Schwert überlagert. Derartige Abzeichen hat es um 1943 gegeben: siehe hier


Bild: Anstecket aus der NS-Zeit.  
Quelle: H. Altmann


Rätsel gibt nach wie vor das nachfolgende Objekt auf. Es handelt sich um eine Art Blume aus Kupfer bzw. Messing, die an manschen Stellen scheinbar einst vergoldet gewesen ist. Sicherlich diente sie einst zur Verzierung - es ist aber nicht geklärt in welchem Zusammenhang. Vermutlich entstammt sie dem 19. Jahrhundert. 

Bild: Blume (?) aus Messing / Kupfer.   
Quelle: H. Altmann


Neben den gezeigten Objekten wurden ebenfalls einige Knöpfe, Plomben und Musketenkugeln gefunden. Insgesamt handelt es sich um klassische Ackerfunde. Sie alle besitzen eine Geschichte und sind Relikte vergangener Zeiten. Allerdings besitzen sicher nicht alle Fundstücke einen wissenschaftlichen Wert. Ob einzelne Fundstücke von Relevanz sind muss daher in Absprache mit den zuständigen Archäologen geklärt werden. 





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