f Fundreinigung neuzeitlicher Kupfermünzen... ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Fundreinigung neuzeitlicher Kupfermünzen...

Fundreinigung neuzeitlicher Kupfermünzen...

In einem meiner Lieblingsforen kam kürzlich die Frage nach einer Reinigungsmethode für Münzen auf - dem wollen wir heute auf den Grund gehen! 


Vorwort...

Es macht mich stolz an dieser Stelle die folgenden Münzen als Fundobjekte zu präsentieren. Nur ungern möchte ich in jedem Beitrag in dem Funde gezeigt werden erneut eine pro/contra Diskussion zur Feld-Prospektion mit dem Metalldetektor losbrechen. Aus diesem Grund verweise ich an dieser Stelle zu allen Belangen die sich darauf beziehen auf den Beitrag "Feldpropektion mit dem Metalldetektor"

Die hier gezeigten Fundobjekte wurden mit einer entsprechenden Genehmigung geborgen und ordnungsgemäß an die zuständigen Archäologen gemeldet. 




Restauration und Reinigung alter Münzen ist kein leichtes Thema. Die Münzen um die es in diesem Beitrag gehen soll lagen im Durchschnitt bis zu 300 Jahre in der Erde. Umwelteinflüsse, Düngemittel und Bodenveränderungen haben ihren Zustand erheblich beeinflusst. Daher ist ein sehr vorsichtiger Umgang unbeding anzuraten! 

Utensilien.... 

Welche Mittel können verwendet werden? Die Münzen sollen schließlich nicht zerstört, sondern gerettet werden. Um ihre Patina nicht zu zerstören kommen daher nur ausgewählte Substanzen in Frage. 

Die vorgestellten Mittel sind reine Hausmittel - aber sehr wirkungsvolle. Viele schwören bei der Reinigung auf Kaisernatron. Dieses kann man in jeder Apotheke oder auch im Supermarkt als Backmittel-Ersatz erhalten. Allerdings habe ich bisher keine guten Erfahrungen damit bei der Münzreinigung gemacht. Für "meine" Methode benötigt man: 
  • Olivenöl
  • Zitronensäure
  • Wattestäbchen
  • Wasser

Hier die wesentlichen Utensilien: 


Bild: Utensilien zur Reinigung. Olivenöl, Zitronensäure und Wattestäbchen. 

Die Zitronensäure (siehe Bild) bekommt man in jedem Supermarkt. Man kann auch konzentrierte Zitronensäure verwenden. Die besten Resultate habe ich jedoch mit dieser erzielt. 


Das Vorgehen...

Erst einmal ist es enorm wichtig die Münzen von Anfang an richtig zu behandeln. Natürlich ist die Verlockung auf dem Feld groß schnell mal mit einem Ärmel oder anderem Stoff die Münze abzureiben. Das ist verständlich - schließlich will man wissen was man da gerade gefunden hat. Allerdings macht man sich damit u.U. ein schönes Fundstück kaputt! 

Besser ist es die Münze in ein Taschentuch (ruhig mit etwas Erde) zu wickeln und  mit nach Hause zu nehmen. Dort sollte man die Erde mit lauwarmen Wasser vorsichtig abspülen. Es ist nicht schlimm die Münze vorsichtig zwischen den Fingern zu reiben um groben Schmutz zu entfernen. Allerdings sollte man nicht zu starken Druck ausüben. 


Bild: Münze im Fundzustand. Vorderseite. 

Bild: Münze im Fundzustand. Rückseite. 


Nun setzt die eigentliche Reinigung ein. Dazu trägt man Olivenöl auf ein Wattestäbchen auf. Damit lässt sich weiterer Schmutz von der Münze entfernen. Das Öl sorgt dafür, dass die Reibung beim Schmutz wirkt, aber nicht die Patina beschädigt. Man kann ruhig etwas großzügiger mit dem Öl sein. 

Ist dieser Reinigungsschritt einige Zeit ausgeführt worden und es löst sich kaum noch Schmutz von der Münze kann man das Öl mit einem Papiertuch absaugen. Normalerweise hat man bis jetzt schon einige (4 - 5) Wattestäbchen verbraucht. Nun kommt der nächste Schritt. 

Die Zitronensäure wird ebenfalls auf ein Wattestäbchen aufgetragen. Wie mit dem Öl zuvor wird die Münze auch jetzt weiter vorsichtig abgerieben. Dabei gilt die Regel: solange der Schmutzabrieb auf dem Wattestäbchen braun/dunkelgelb ist weitermachen - wenn der Abrieb hellgelb/hellgrün wird aufhören! 

Die Zitronensäure greift sowohl den Schmutz als auch die Patina an. Daher sollte man eher sparsam sein und gut darauf achten, dass man nicht zu stark reibt. Im besten Fall wechselt man zwischen der Verwendung von Öl und Säure mehrfach für jede Seite der Münze. Zwischendurch kann man die Münze entweder unter klarem Wasser abspülen oder in ein Bad aus einer Kaisernatronlauge tauchen. 

Die Lauge kann man sich vorher in einem Gefäß herstellen. Dazu benötigt man 2 - 3 Teelöffel Kaisernatron und lauwarmes Wasser. Das Natron der Lauge neutralisiert die Zitronensäure, sodass man jedem einzelnen Reinigungsvorgang an der Münze sauber durchführen kann. Im Normalfall reicht aber wie gesagt auch klares Wasser. 

Nach einiger Zeit wird die Münze so immer deutlicher erkennbar. Wichtig ist, dass man mit der Zeit ein "Gefühl" für die Münze bekommt - man spürt fast wo noch Schmutz sitzt. 


Bild: Münze Rückseite nach der Reinigung.  


Bild: Münze Vorderseite nach der Reinigung. 


Ich empfehle dringend die Münze nach der Reinigung in Kaisernatron-Lauge oder klarem Wasser zu neutralisieren. Auch rate ich dazu die gesäuberte Münze mittels Parafin haltbar zu machen! Dazu später mehr! 



Fazit...

Es ist möglich neuzeitliche Fundmünzen in einen schönen Zustand zu versetzen ohne sie zu beschädigen. Dazu ist es allerdings wichtig, dass die Münze von Anfang an richtig behandelt wird und nicht zu grob gesäubert wird! 

Die beschriebene Methode schont die Münze und sorgt dafür, dass man am Ende ein schönes Fundstück erhält. Es ist wichtig, dass man die gefundene Münze mit viel Geduld behandelt und nicht versucht möglichst schnell eine grobe Reinigung herbeizuführen. Was schon so lange in der Erde lag muss nicht von jetzt auf gleich sauber werden! 


Viele Grüße, 

Hendrik



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Mail: found-places@live.de


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